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Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 23.10.2010, 20:20
von Ralf
Hallo Leute,
ich habe nicht alle Einträge verfolgt. Nur soviel. Den Heinkel an Jüngere weitergeben funktioniert doch nur dann, wenn das Teil in der Familie ist, oder in der näheren Bekanntschaft. Welcher 18 jährige Führerscheinneuling kauft sich denn 'nen Heinkel

Heute gibt's mit 16 'ne Vespe oder 'nen Joghurtbecher, die/der in fast jeder Werkstatt repariert wird und die es in verschiedenen Motorstärken gibt!
Zudem - schaut Euch doch mal um. Wer von den Jungen ist noch in der Lager zu schrauben. Viele haben die Gelegenheit gar nicht mehr und von wem sollen die das lernen

Wir haben damals angefangen die Mofas auseinanderzulegen und zu frisiereb

- dann gings bei den Autos weiter natuerlich ohne frisieren. Die meisten Reperaturen wurden auf'm Hof oder in der Scheune oder sonstwo gemacht. Gibt's so junge Bastler noch
Ich selbst bin mit dem Roller in "Berührung" gekommen als ich 26 war und als ein Vater einige Jahre danach verstarb hab' ich mich um das Teil gekümmert. Bei uns im Durf hässt's immer " Wos auf'm Hof is bleibt da! Meint Ihr den im Ernst ich hätte mir sonst 'nen Heinkel gekauft...
Jetzt hab' ich auch meinen Senf dazu gegeben.
Gruesse aus der fränkischen Rhön
Ralf
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 23.10.2010, 21:00
von HeinkelsErnst
augenohrenmund hat geschrieben:
Natürlich ist es besser, wenn dieser Austausch Vis-a-vis stattfindet, aber in der heutigen Zeit gibt es andere Formen der Kommunikation mit denen man leicht einen ersten Kontakt schaffen kann.
Warum werden in den Mitgliederlisten keine Emailadressen angeben? Für mich (47) ist Email eine ganz normale Form der Kommunikation!
Ja, das finde ich auch! Ein Anruf ist irgendwie direkt viel persönlicher und verbindlicher, ich mag auch keine Leute mit meinen Anliegen direkt per Telefon überfallen. EIne Mail ist da viel geeigneter, erst einmal einen unverbindlichen Kontakt herzustellen, zumal diese ja auch später gelesen und beantwortet werden kann. Eine Telefon-Nr. finde ich auch eigentlich zu privat für die Listen. Es sei denn, jemand hat sich für den HHD zur Verfügung gestellt.
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 24.10.2010, 12:13
von Wolfgang_M
Moin,
ich will jetzt mal zurück zum Thema kommen. Irgendwie läuft die Diskussion etwas aus dem Ruder
Ich arbeite beruflich viel mit Jugendlichen. Hierbei muss ich feststellen, dass es gar keinen so großen Unterschied zu meiner Jugend gibt. Die technisch interessierte Rollerfraktion heute schraubt wie besessen an den modernen Kisten. Und es geht, wie bei uns damals, darum, wie mache ich ihn schneller. Auch wir haben früher so einen Schwachsinn verzapft, einen Pfennig auf den Kolben der Zündapp Bergsteiger zu kleben, um die Verdichtung zu erhöhen
Mein Ansatz wäre es, in Jugendeinrichtungen einen Workshop "Restauration eines Heinkel Oldtimers" zu gründen. Gemeinsam mit den Kids einen alten Roller wieder auf die Beine zu stellen, wird mit Sicherheit bei denen auch das Interesse an der Marke Heinkel wecken. Ich bin überzeugt, dass der ein oder andere später nach erreichen des Motorradführerscheins einen eigenen Heinkel haben möchte.
Es gibt ganz viele Heinkel-Roller, die bei älteren Leuten einfach nur herumstehen. Wenn man die für so ein Projekt den Leuten "abschnacken" könnte, wäre das Material da. Auch der verschähte 2-Takter wäre gut geeignet. Den auf 125 ccm herunter zu setzen, wäre bestimmt nicht das Problem. So hat man dann auch die Gruppe 15 - 17 zu fassen.
Ich seh ein Problem eigentlich in den älteren "Gnatterköppen" die kaum etwas mit Jugendlichen anfangen können und schon über jedes zu viel Gefragte genervt sind.
Also, ich wäre dabei, mein Knoff Hoff für so eine Jugendheinkelrestaurierungstruppe zur Verfügung zu stellen. Es macht doch einfach mehr Spaß, in einer Gruppe zu basteln, als still in der heimischen Garage. Zumindest mir. Gleichgesinnte meldet euch und lasst es uns angehen. Rollerspender voran!

- Jugendarbeit
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 24.10.2010, 20:03
von Ralf
Servus,
Wolfgang_M hat geschrieben
Ich seh ein Problem eigentlich in den älteren "Gnatterköppen" die kaum etwas mit Jugendlichen anfangen können und schon über jedes zu viel Gefragte genervt sind.
Das kenne ich auch. Hatte auch mal einen am Telefon, von dem mir gesagt wurde, er könne mir bei der Restauration Tips geben.
Die Antwort am Telefon: Fast O-Ton. "Bin ich ein Auskunftsbüro? Wenn Du Probleme mit Deinem Motor hast, dann fahr das Teil zu mir her. Ich koste die Stunde X DM!" Tja so ist das mal. Wobei ich sagen muss, dass mir das nur einmal passiert ist. Vom Rest, mit denen ich Kontakt hatte, gab's nur Positives!
Gruesse
Ralf
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 24.10.2010, 21:43
von heinkelklaus01
Hier ein kleiner Hinweis in Sachen Jugendarbeit: Es gibt an der Albert-Einstein-Schule in Laatzen bei Hannover ein sogenanntes MotorLab, in dem Heinkelroller von Schülern restauriert werden, zu finden unter:
http://www.heinkel-club.de/t3/m-l/club/ ... atzen.html Einige dieser Jugendlichen waren auch bei den letzten Jahrestreffen mit Ausstellungszelt und Roller dabei. Für alle, die Interesse daran haben: Unterstützung ist herzlich willkommen. Die Ansprechpartnerin für Jugendarbeit im HCD ist Kerstin Schöbel, für das MotorLab in Laatzen ist der Lehrer Norbert Hamschmidt der Ansprechpartner sowie die Heinkelfreunde Hannover. Klaus Kutsche, Hannover
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 25.10.2010, 15:32
von Tapir62
Hallo,
habe mir auch mal meine Gedanken zu dem Thema gemacht.
Als ich 1982 meinen ersten Heinkel gekauft habe, war der schon ein Oldtimer. Hat mich ein paar Wochen gekostet, ihn wieder flott zu machen, aber er hat mich dann mein ganzes Studium über begleitet und zweimal mit Sozia nach Italien gebracht. Andere Viertaktroller gab es damals nicht. In Italien wurden wir zweimal aufgefordert, an die Gemisch-Zapfsäule zu fahren und konnten den Tankwart nur mit Mühe davon überzeugen, Normalsprit zu tanken. Der Heinkel war damals also - obwohl 20 Jahre alt - noch ziemlich zeitgemäß und alternativlos. Mit vielen anderen Zweirädern konnte man ganz gut mithalten und nirgendwo soviel Gepäck unterbringen. Wir waren auf dem Heinkel-Treffen in Berlin. Viele Leute in unserem Alter (damals Mitte 20) waren dabei und ich kann mich an eine sehr lockere Stimmung und viel Spaß erinnern.
Wer damals allerdings Heinkel fuhr, hatte sicher oft auch irgendeinen weitergehenden Bezug dazu. Ein Nachbar von uns hatte einen Tourist als ich acht oder neun war - also 1970 - und der hatte mich schwer beeindruckt. Deswegen hatte es mich 12 Jahre später dann auch gejuckt, als ich von dem Verkauf eines Heinkels in der Nähe meines Zivildienstes erfuhr. Verkauft habe ich ihn 1988, weil mehrere Faktoren gleichzeitig eintrafen: erstes Kind, Ende des Studiums, Wohnortwechsel und inzwischen wieder restaurationsbedürftiger Zustand des Touristen.
2002 habe ich mir wieder einen Touristen fertiggemacht - diesmal aber vor allem auch optisch sehr ansprechend. Bin seither aber wahrscheinlich weniger gefahren, als damals mit meinem alten Touristen in einem einzigen Jahr.
Letzte Woche war ich wieder in Italien - wieder in Ligurien; da, wo ich 1985 mit dem alten Heinkel war. Hatte diesmal auf dem Wohnmobil meine Honda NX 250 (Bj. 1992 - also fast so alt wie der Tourist damals) dabei und den Heinkel keine Sekunde vermisst. Die Italiener fahren natürlich immer noch Vespa - aber kaum noch Zweitakt- oder Schaltroller. Und auch nicht mehr nur 125er, 150er oder 200er, sondern Suzuki Burgmans mit 650 Kubik oder Piaggio Atlantic (?) mit Automatik, richtig Leistung, Scheibenbremsen und vielleicht sogar ABS. Mit dem Heinkel wäre ich mir total untermotorisiert vorgekommen - obwohl die Topographie sich ja in 25 Jahren kaum verändert haben dürfte.
Es ändern sich eben die Umstände (der schneller gewordene Verkehr, der einen manchmal schwindlig werden lässt) und die eigenen Ansprüche. Mein Tourist hat für mich heute einen historischen oder Liebhaberwert. Wenn ich nicht mit dem Auto 50 Kilometer fahren müsste, um zu meiner Arbeitsstelle zu kommen, sondern vielleicht nur 20 oder 30 Kilometer und die mit dem Roller fahren würde, dann wäre das garantiert kein Heinkel Tourist, sondern irgendeiner der modernen Automatikroller mit integriertem Helmfach, Scheibenbremsen und 20 PS (oder mehr).
Es scheint mir ziemlich auf der Hand zu liegen, dass der Tourist heute die Rolle, die er bis in die Achtziger Jahre spielen konnte - nämlich eine wirklich noch zeitgemäße Alternative zu den damals verfügbaren Alltagszweirädern zu sein - heute nicht mehr spielen kann. Das sei ihm - mehr als 50 Jahre nach seinem "Launch" - ja wohl auch gegönnt. Mir persönlich erscheint es ziemlich hoffnungslos, dies jetzt durch technische Verbesserungen oder Anpassungen bewerkstelligen zu wollen - und das, obwohl ich eine kontaktlose Zündung in meinem Roller habe. Wollte man den Roller zeitgemäß aufpimpen, müsste man ihn konstruktiv massiv verändern und nahezu jede Baugruppe anfassen. Es wäre ein ähnliches Unterfangen, als wollte man einen 70-jährigen (ohne den Geruch frischen Geldes) mit Gewalt für eine AStA-Fete aufputzen und erwarten, dass er dort immer noch "bella figura" macht.
Lassen wir doch dem Touristen die Würde. Er ist immer mehr ein Technik-Dokument von historischem Wert und immer weniger ein Alltagsfahrzeug. Dass seine Verbreitung damit eher zurückgehen wird, ist eine ganz normale Erscheinung, der man sich nicht widersetzen kann. Und man wird auch nicht den Nachwuchs rekrutieren können. Denn die heute Zwanzig- oder Dreißigjährigen haben keine emotionale Beziehung zum Tourist - keine Kindheitserinnerungen (unser Nachbar fur so einen) oder ähnliches. Für die ist ein Honda Majesty ein prima Alltagsfahrzeug oder sogar eine alte Zweitakt-Vespa, weil die immer noch den angesagten "Italian Lifestyle" verkörpert. Eine Lifestyle-Ikone ist der Tourist aber nie gewesen und wird er auch nie werden.
Es gibt eben Entwicklungen, die man nicht aufhalten kann.
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 25.10.2010, 18:19
von HAL2000
Absolute Zustimmung!
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 28.10.2010, 10:44
von Matthias
Moin zusammen,
laßt uns mal wieder zurückkommen zum Kern der Sache. Es geht m. E. nicht darum, unsere Touristen zu pimpen oder zu tunen (wobei: ich kann immer noch im normalen Verkehr sehr gut mithalten), sondern darum, wie wir (jeder einzelne von uns) andere Menschen für unser Hobby und damit auch für den Touristen interessieren können. Ich mache jedenfalls jeden Tag auf dem Weg zur und von der Arbeit nur positive Erfahrungen, letztens stand ich an der Ampel als plötzlich neben mir auf der Fahrbahn jemand abrupt bremste und zum Fenster rausbrüllte: "Mann, ist der toll. Gibts die noch????" Leider hatte ich keine Zeit, ihm die Visitenkarte unseres Regionalsclubs zuzustecken oder den Papier-Heinkel vom Club, von denen ich immer ein paar griffbereit habe. Ich lass mich auch gerne in ein Gespräch reinziehen, wenn ich die Zeit habe, Visitenkarte und Papier-Heinkel sind dann schon obligatorisch.
Ich denke, wir können die Leute nur über das persönliche Gespräch, die Erklärung warum wir Heinkel-Fahrzeuge fahren und viel Geduld (zum 25.000 mal erklären, das es
kein Vespa-Roller ist

) für unseren Club interessieren.
BTW: ich werde Samstag auf der VWR-Sitzung mal clubeigene Visitenkarten ansprechen, es reicht ja die Adresse vom Club, die Homepage und ein Heinkel als Logo. Das sollte nicht so ein großer Aufwand sein. Die kann man bequem mit sich führen und ggf. verteilen.
Ansonsten: keep rolling
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 28.10.2010, 11:24
von Hauke
Hallo,
ich habe mir den gelben Aufkleber „Mein Heinkelclub – stark und lebendig“ aufs Auto geklebt, bin auch schon ein paar mal darauf angesprochen worden. Ist vielleicht auch ein gutes Mittel um ein wenig Werbung zu betreiben.......
Grüße aus Verden
Hauke
Re: Willkommen im Forum "Arbeitskreis Zukunft"
Verfasst: 28.10.2010, 13:03
von Matthias
@Hauke:
Stimmt, gute Idee. Ich hab das Ding zusätzlich auf meinen Helm gepeppt