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Re: Ölverlust und Lagerprobleme 1 von 2

Verfasst: 23.03.2021, 15:06
von Scoot-Bike
Moin.

Für Wolfram: " Weder das Motorgehäuse, noch die Schwinge ist so genau "
" Parallelität der Flanschaufnahme an der Schwinge ist schon nicht so dolle."

Im Heinkel-Produktionfilm sieht mann wie " doll " die Bearbeitung des Motorgehäuses in einem Aufspannvorgang per
Revolver.-Werkzeughaltern erfolgt. Wenn das zu " nicht so genauen " Ergebnissen führt, so schreib bitte wie du das gemessen
hast, und welche Abweichungen du von welchen Toleranzvorgaben ermittelt hast.
Generell ist natürlich die Bearbeitung in einer Aufspannung sinnvoll. Gerade bei den Schwingenlagern ist dann aber auch die
Bearbeitung der Stirnfläche und der Dichtflächen relevant. Ein Umspannen des Bauteils sollte dafür nicht erfolgen.
Die Rechtwinkligkeit der Planfläche zur Lagerzapfenachse ist dann schwer zu erstellen.

" Bei der Schwingenbuchse sollte 1-2/100stel aber kein Problem sein, da sich das gegeneinander ausrichtet."

Wann richtet sich was gegeneinander aus. Von selbst ?

" Dazu kommt dann noch die Papierdichtung........ "

Und was macht die gleichmässig dicke Papierdichtung ???



Für Volker ( Verbert ) und Wolfram: " Lehrstunde in Sachen Werkstückausrichtung an der Drehbank "

Vergesst das mal mit den Beilegeblechen und Papierschnippseln im Dreibackenfutter bei der Aufarbeitung von Bauteilen.

Wie immer, ist beim Aufspannen zum Nacharbeiten und Messen die " Wiederhol-Genauigkeit " das Kriterium zur Auswahl
der Spannmittel. Ich muss bei jedem Aufspannvorgang, an der zu messenden Position, die gleichen Ergebnisse haben.
Egal ob auf der Bearbeitungsmaschine oder auf der Messvorrichtung.

Auf der Drehbank bietet sich dafür die Bearbeitung zwischen Spitzen an.
Statt des Dreibackenfuttern eine Spitze mit Stirnseitenmitnehmer einsetzen ( bei geringer Spanleistung kann man
sich auch ein Stück Rundstahl in das Futter einspannen und sich für den entspr. Durchmesser eine Spitze drehen.
Auf der Gegenseite, im Reitstock, setzt man dann eine entsprechende Körnerspitze ein ( mitlaufende Körnerspitzen
sind ungenauer als geschmierte, feste Körnerspitzen ). So als ob man eine Welle zwischen zwei Meßspitzen setzt; so
wie Wellen in der Uhr zwischen zwei Juwellen sitzen.

Eine andere Möglichkeit bietet der Einsatz von Aufsatz-Weichbacken.
Diese werden auf die entsprechenden Schlitten eines Dreibackenfutter geschraubt und unter Vorspannung auf den
gewünschten Innen- oder Aussendurchmesser gedreht.

Natürlich müssen bei der ersten Möglichkei die Zentrierungen i.O. sein, bzw. gute Bohrungskanten gewählt werden.
Bei der zweiten Möglichkeit setzt man natürlich auf gesundem Material an, nicht auf ausgenudelten Zapfen.

Bei der Herstellung einer zylindrischen Buchse ist es sinnvoll im ersten Arbeitsgang die Bohrung fertigzustellen
( mit der entspr. Zentrierungsfase ), dann Aussen nur vorzudrehen und abzustechen.
Die Buchse dann auf der angefasten Seite in Weichbacken Spannen, Ablängen und Zentrieren.
Je nach Länge kann eine Lünette dabei helfen.
Dann die Buchse zwischen zwei Spitzen setzen und den Aussendurchmesser bearbeiten.

Bis dann.

Re: Ölverlust und Lagerprobleme 1 von 2

Verfasst: 30.03.2021, 23:17
von GvO
Servus,
nachdem ich da letztes Jahr hier einige Versuche gemacht habe auf Kunststoff umzubauen, noch meine Erfahrung dazu.
Auf dem Papier ist das alles schön und gut, aber leider übersieht man das eigentliche Problem dann oft.
- Die Buchse ist nur teilweise im Motorgehäuse eingepresst. Nach dem einpressen hat man einen super Konus und nichts passt mehr.
- Spannt man es im Dreibacken Futter ein, hat man schnell eine dreieckige Buchse. Das Material ist einfach nicht sehr dick.

Die erreichten 1/100 mm sind dann nichts mehr wert.

Mein Ziel bei dem Umbau:
- Standartbuchse. Ist Sie verschlissen tausch man es für ein paar € kurz aus.
- Verwendung der alten Teile. Das Material in den Dimensionen ist auch nicht günstig.
- Standardabmessungen. Man kann jedes Teil tauschen.

Hier die Lösung für das Problem beim Drehen. Eine Aufnahme mit den gleichen Toleranzen wie im Motor, in das es eingepresst wird.
Buchse 1.jpg
Eine IGIDUR H4 Buchse mit 39mm: https://www.igus.de/product/57
Buchse 2.jpg
Ob es auf 1/100 mm zentrisch ist sollte keine Rolle spielen: "Der Innendurchmesser stellt sich erst nach dem Einpressen in die Aufnahmebohrung mit der entsprechenden Toleranz ein". Es läuft sich also passend ein.

Ansonsten hatte ich keine Lust meinen Ersatzmotor ständig zu zerlegen und wieder zusammen zu bauen für die Versuche. Also "schnell" ein Abzieher gebaut. Mit dem Gleithammer geht es ganz gut raus. Etwas Montagepaste um den Reibwert zu erhöhen verwendet, um es nicht zu stark zu quetschen.
Buchse 3.jpg
Wirklich viele km habe ich noch nicht fahren können mit dem Motor, aber das ergibt sich hoffentlich diesen Sommer.
Die Schwinge ist jedenfalls völlig spielfrei und geht sehr leicht.

Guido