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Re: Motorüberholung

Verfasst: 28.01.2016, 14:34
von heinkel-bernd
Servus Peter,

steckt die alte / neue Pleuelbuchse noch / schon im Pleuel ?
Es ist üblich, die Ölbohrung in der Buchse vor dem Einpressen in das Pleuel zu setzen !
Bei einer neuen Pleuelbuchse muss diese nach dem Einpressen in das Pleuel noch
passend zum neuen Kolbenbozen ausgerieben werden !
Eine umlaufende Nut in der Pleuelbuchse habe ich noch nie gesehen ! :?
Der geölte Kolbenbolzen muss sich ohne spürbares Spiel mit der Hand, sowohl durch die Kolbenbohrungen,
als auch durch die Pleuelbuchse schieben und drehen lassen !

Frohes Heinkelschrauben und

Re: Motorüberholung

Verfasst: 28.01.2016, 20:36
von Mark 3
Hallo Bernd,
die neue Buchse sitzt noch nicht im Pleul.
Dann werde ich diese vorher mit der Ölbohrung versehen.
Nach dem einpressen wird sie noch ausgerieben.
Die Empfehung mit der umlaufenden Nut habe ich in einem Bericht der Oldtimer- Praxis Zeitschrift (alt) gelesen.
Da steht das die Nut die doppelte Breite der Ölbohrung haben sollte.
Das soll ein Trockenlaufen verhindern wenn sich die Buchse doch einmal verdrehen oder seitlich verschieben sollte.
Ist einläuchtend obwohl ich nicht weiß ob ich das machen soll. :roll:
Ich will die Buchse nicht schwächen.

Gruß
Peter

Re: Motorüberholung

Verfasst: 18.03.2016, 10:23
von Mark 3
Hallo Zusammen,

ich habe mit meiner Kurbelwelle wie feststellen muss ein kleines Problem.
Leider bin ich damit noch nicht wirklich weiter gekommen.
Da das aufreiben der Kolbenbolzen Buchse nicht von Hand möglich ist,weil zu ungenau habe ich einen Motoren Instandsetzer gesucht
der das machen könnte.
Fünf Firmen die ich aufgesucht habe können das nicht ausführen weil das Pleul in der Kurbelwelle eingepresst ist.
Sie können das Pleul nicht genau genug spannen um die Buchse aufzureiben.
Die sechste Firma hat mir den Vorschlag gemacht eine neue Kolbenbolzen Buchse anzufertigen die genau um so viel größer ist ,
das diese nach dem einpressen genau das Maß des Kolbenbolzen erhält.
Darauf warte ich jetzt schon fünf Wochen weil die Herren dort so viel zu tun haben.
Die Frage ist noch ob das überhaupt klappt. :roll:
Für den Motor gab es doch mal ein Werkzeug mit dem man die Buchse im eingebauten Zustand der Kurbelwelle aufreiben konnte.
Genau das wäre meine Lösung gewesen. :?
Da ich den ganzen Roller Restauriere habe ich natürlich noch genug andere Dinge zu machen aber das warten nervt schon.
Vielleicht hätte ich das Pleul von der Welle trennen sollen ,was ich mit meinen Mitteln auch nicht mal eben so hinbekomme. :)
Also warten...... :(

Re: Motorüberholung

Verfasst: 18.03.2016, 18:19
von heinkel-bernd
Servus Peter,

guckst Du hier:
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... 414#p14066

Von der Variante mit der "Spiel-Zugabe" vor dem Einziehen der Buchse halte ich gar nichts ! :?

Re: Motorüberholung

Verfasst: 19.03.2016, 22:05
von Mark 3
Hallo Bernd,
Danke für den Hinweis.
Ich warte mal noch ab ober Motorenbauer das hinbekommt.
Zu dem müsste ich das Werkzeug auch ausleihen können/ "dürfen". :?

Gruß
Peter

Re: Motorüberholung

Verfasst: 28.03.2016, 21:32
von Mark 3
Die Sache wird wohl nichts. :x
Meine Bitte wäre:
Wäre hier unter den Heinklern eventuell Jemand der mir vielleicht das Werkzeug ausleihen würde.
Es wird auch besonders pfleglich von mir behandelt allein schon wei ich immer übervorsichtig mit allem Umgehe. :)
Unkosten Erstattung und Leihgebühr sind selbstverständlich!!
Ich sehe sonst kaum eine Möglichkeit wie ich die Buchse sauber und genau aufreiben könnte.
Ihr könntet mir echt weiterhelfen da ich den Motor wieder zusammen bekomme. :wink:

Gruß
Peter

Re: Motorüberholung

Verfasst: 04.08.2016, 11:44
von Scoot-Bike
Thema: Kurbelwellen - Festlager

DAS LAGER AUF DER KUPPLUNGSSEITE ( Primärantriebsseite / Motorseite, in Fahrtrichtung links ) IST DAS FESTLAGER

Das linke Lager wird in das erwärmte und mit einem Sicherungsring versehene Gehäuse eingesetzt ( Passung: Lageraussenring / Stahl - Motorgehäuse /Aluminium ) und wird dann durch die Montage des zweiten Sicherungsringes axial fixiert.
Nach Zusammenbau der Gehäusehälften ( vorher natürlich Einsetzen von Ventiltrieb / Getriebe etc. ) wird der Lagerinnenring auf der Kupplungsseite, über das Nockenwellenzahnrad an der Kurbelwelle an der einen Seite, und über die Distanzscheiben, das Primärketten-Zahnrad, Unterlegscheibe und Mutter auf dem Kurbelwellenzapfen axial fixiert.
Das Lager ist also am Innen- und Aussenring fest.

Auf der rechten KW Lagerseite befinden sich zwei Passungen.
Kurbelwelle / Stahl - Lagerinnenring / Stahl : Hier wird das erwärmte Lager aufgeschrumpft.
Lageraussenring / Stahl - Motorgehäuse / Aluminium : Hier wird das Gehäuse erwärmt und die Kurbelwelle mit dem erkalteten Lager unter Verwendung
des Distanzbleches eingesetzt.

Aluminium hat den doppelten Ausdehnungskoeffizienten gegenüber Stahl.

Nach erkalten des Gehäuses und anziehen der Kurbelwellenmutter auf der Kupplungsseite verspannt sich manchmal die Kurbelwelle im Gehäuse
und lässt sich nicht drehen. Mit einem leichten Kunststoffhammerschlag ( Vergleichbar mit den Setzschlägen auf die Dynastartanlage - siehe Montageanleitung ) positioniert sich das rechte Lager in den Passungen.

Wenn man Pech hat, verschiebt es sich auf dem Kurbelwellenstumpf ( deshalb, vor dem aufsetzen des linken Lagers die Passung auf dem Kurbelwellenzapfen messen ( Passmaß des Lagerhersteller beachten - Bügelmesschraube ). Hier sollte das Lager fest sitzen.
Wenn es sich stramm aufschieben lässt, könnte man hier ein Loctite Produkt ( Fügesitz ) einsetzen.
Wenn es sich drauf werfen lässt, muss der Passitz aufgearbeitet werden. Die Welle ist so nicht mehr verwendbar. Leider passiert dieser Schaden
recht oft. Das rechte Lager versagt auch öfter als das Linke. Hier scheint ein Ölmangel zu bestehen.

Die Längenausdehnung der Kurbelwelle findet also zwischen Lageraussenring und rechtem Gehäuse-Passitz statt. Motortemperaturbedingt dehnt sich das Alugehäuse im Betrieb stärker aus als der Lagerring. Dadurch kann der Ring bei den wechselnden Betriebstemperaturen leicht wandern.
Daraus folgt: sanfter Kaltstart.

Die gesamte Betriebsproblematik kann man aber auch durch den zeitgerechten Einbau eines Rollenlagers auf der rechten Seite ( a`la Kawasaki Z 200 )
umgehen.
Diese Lager gibt es in der gleichen Abmessung. Bei der Bauform, bei der die Wälzkörper im Käfig mi Borden, auf dem Innenring sitzen, kann man diesen genau so einfach wie das Orginallager auf den gesunden Kurbelwellenstumpf schrumpfen. Dann noch den losen Lageraussenring einzeln ins erwärmte Gehäuse setzen und schon setze ich die gesamte Kurbelwelle ohne Distanzblech ein. Durch anziehen der Mutter fixiere ich sie dann später in ihrem Festlager.
Nun kann sie ihre Längenausdehnung im Lageraussenring ausführen, ohne das die Passitze leiden.
Durch den Einbau des Rollenlagers verringere ich auch die Durchbiegung der Kurbelwelle bei hohen Drehzahlen. Nicht so gut wie bei der dreifach gelagerten Kurbelwelle, aber immerhin etwas.
Dadurch verringert sich die Gefahr des Pleulabriß. Dieser geschieht, wenn sich bei hohen Drehzahlen die Welle zu sehr durchbiegt, und der Pleulfuß
zwischen den Kurbelwangen eingeklemmt wird. Für hohe Drehzahlen wähle ich deshalb ein Pleulfuß-Seitenspiel von 0,5 mm ( normal zwischen
0,25 mm und 0,3 mm ).

Bis dann.

Re: Motorüberholung

Verfasst: 07.08.2016, 09:45
von Scoot-Bike
Moin
Muss mich korrigieren.

Richtig ist: " Wenn man Pech hat, verschiebt es sich auf dem Kurbelwellenstumpf ( deshalb, vor dem aufsetzen des RECHTEN Lager, die Passung....) "

Entschuldigung.

Bis dann.

Re: Motorüberholung

Verfasst: 07.08.2016, 22:16
von heinkel-bernd
Servus Scoot Bike,
Scoot-Bike hat geschrieben: ( deshalb, vor dem aufsetzen des linken Lagers die Passung auf dem Kurbelwellenzapfen messen ( Passmaß des Lagerhersteller beachten - Bügelmesschraube ). Hier sollte das Lager fest sitzen.
Meinst Du wirklich das linke Lager ? :?

Re: Motorüberholung

Verfasst: 07.08.2016, 23:06
von Werner
Die Sache mit dem Rollenlager auf der rechten Seite habe ich beim Gespann eines Freundes schon einmal ausprobiert. Hat auch tatsächlich eine ganze Weile gelaufen . Momentan macht der Motor aber schreckliche Geräusche, so als hätte ich bei der Reparatur einige Ringschlüssel im Motor vergessen. Wir haben den Motor noch nicht zerlegt und ich weiß auch nicht ob die Geräusche durch das Lager hervorgerufen werden aber ich war von Anfang an skeptisch ob das funktioniert. Die Empfehlung zur Verwendung dieses Lagers hatte er von einem Freund( Klaus??). Leider war dies auch die einzige Möglichkeit das ausgenudelte Motorgehäuse weiter zu verwenden da der Aussenring im Gehäuse verklebt werden musste. Sündhaft teuer war dies Lager auch aber wie gesagt nur so konnten wir das( Kabinen) Gehäuse weiter nutzen.
Ich werde bei Zeiten berichten wo die Geräusche her kommen.