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Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 14.04.2025, 08:51
von Voodoo
Guten Morgen zusammen!

Gibts hier neue Erkenntnisse zum o.g Vergaser?

Ich könnte meine Dienste zwecks Konstruktion eines Adapterstückes anbieten und hier zur Verfügung stellen.
Mit CAD sollte das ein Leichtes werden, ebenfalls würde ich gerne Prüfen ob man den Adapter nicht sogar 3D Drucken kann.
Im Bezug auf die Temperatur müsste man schauen, welches Filament man denn nun nimmt - die Benzinbeständigkeit ist in diesem Fall kein Problem.

Ich habe leider grade keine Möglichkeit mal die Temperatur im Ansaugbereich nach längerer Fahrtdauer zu messen - könnte da jemand aushelfen?

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 14.04.2025, 11:36
von Werner
Ich bin bisher nur etwa 50 km damit gefahren aber er läuft sehr gut mit dem Vergaser. Kein ruckeln oder bocken. Zieht sauber bis über 90 durch und hängt gut am Gas. Am Motor ist nichts verändert außer einem 22 mm Ansaugstutzen. Mit dem 22er Bing vom Club hatte ich immer ein Ruckeln im mittleren Drehzahlbereich. Das hat dieser Vergaser nicht. Sicherlich muss man individuell prüfen ob er auch an anderen Motoren gut läuft. Den Flansch müsste man bestimmt auch aus stabilem Kunststoff drucken können. Ich hab meinen Flansch zwar aus Alu gegossen und dann bearbeitet aber so heiß wird es ja am Ansaugkanal nicht. Ich musste allerdings den Choke von unten am Vergaser per Bowdenzug nach oben zum Lenker verlegen.[attachment=2]IMG_4937.jpeg[/attachment] PM[attachment=2]IMG_4937.jpeg[/attachment]

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 14.04.2025, 13:06
von Voodoo
Sehr schöne Arbeit!

Aus der Erfahrung würde ich vermuten, dass die Temperatur um den Ansaugtrakt nicht über 70-80°C steigt - ein wenig Sicherheitspuffer würde ich aber trotzdem einkalkulieren zwecks Filament-Wahl.

Ich werde die Tage mal einen Prototypen aus PLA drucken und schauen wie die Passgenauigkeit so ist.
Wenn zufriedenstellend, ordere ich spezielleres Material, um auch die Dauerhaltbarkeit hinzubekommen.
Grade bei den Ansaugkrümmern mit integrierter Pertinax-Buchse sollte das absolut kein Problem werden, da die Hitzeentkopplung ja nochmals besser ist.

Wenn du möchtest, könnte ich dir mit den Maßen deines Flansches mal etwas drucken und zukommen lassen, damit du testen kannst.


Schreib mir gerne eine PN, wenn das für dich in Frage kommt. Der Arbeitsaufwand hält sich da sehr in Grenzen :lol: .

Edit:
Ich habe da mal eine Kleinigkeit gezeichnet, man müsste nur die korrekten Rohr- und Flanschdurchmesser haben, dann ist das eine Sache von 2 Minuten.
Ich werde mich jetzt um den "Prototypenbau" und das Testen kümmern.

Re: Nibbi Vergaser, eine gute Wahl!

Verfasst: 06.05.2025, 10:08
von Stefan-Franz
Hallo zusammen,

habe den 103 A0 seit ca. 4 Wochen und angeregt durch den Beitrag hier -nachdem ich am original Bing-Vergaser alle Dichtungen neu, Beschleunigerpumpe zerlegt und gangbar gemacht, Düsen erneuert und Gehäuse gereinigt hatte- mich ebenso für einen NIbbi Vergaser entschieden. GUTE WAHL! Mit dem Bing hatte ich immer schwarze und nasse Kerzen nach spätesten 50 km, die sich nicht mehr freibrannten, anderer Wärmewert brachte leichte Verbesserung. Dachte auch könnte evtl. an undichtem Kolbenringe und Ölverbrennung etc. liegen... Alles was ich seit ca. 40 Jahren Zweirad (4-Taker Mehrzylinder aus den 70ern, Dnepr-Gespann, diverse Einzylinder Enduros, Vespa PX und PK, 2-Taktroller der Kinder...) über Vergasereinstellungen, Abstimmungen und Veränderungen an Erfahrungen gesammelt habe brachte beim Tourist 103 A0 keinen Erfolg. Finale scheint der alte Schieber im Gehäuse, leicht riefig, einfach nicht mehr so zu funktionieren wie er soll. Auch ein neuer Schieber im leicht oval ausgeleierten alten Gehäuse bringen nur mit viel Glück Teilerfolge.
Jetzt zu Thema Nibbi: Habe mich für den PE24 ( 54€ bei Amaz..) entschieden da er einen runden Anschlußstutzen hat, den 24 Querschnitt kann man natürlich nicht nutzen, da der Ansaugstutzen ja kleiner ist, dafür ist aber der Anschluß einfacher zu realiesieren. Der Vergaser ist für den Preis erstaunlich gut verarbeitet. Verchromter Schieber, verchromter Durchlass, keine Gussgrate oder Ungenaugigkeiten, gute Gewinde, separate Düsen M5 erhältlich. Den Vergaser konnte ich mittels Gummistutzen direkt auf den Ansaugstutzen des Heinkel aufschieben und mit Schlauchschelle befestigen, ohne weiteren Aufwand. Dazu habe ich provisorisch ein Stück von einem recht dicken Fahrrad- o. Motorradgriffgummi (innen 22 o. 25 mm) genutzt. Dieser ließ sich mit Bezin benetzt und etwas Nachdruck sowohl über den Flansch vom Vergaser ca. 32 mm und den Ansaugstutzen ca. 27 mm schieben. Werde ich noch gegen ein echtes Ansauggummi tauschen. Habe aus dem mitgelieferten Set die kleine Leerlaufdüse 35 und die kleinste Hauptdüse 100 o. 102 eingebaut. Der Vergaser hat einen Choke, an den man einigermaßen gut herankommt. Der Heinkel sprang direkt an und lief mit leicht zu hohem Standgas erstaunlich sauber und hing satt am Gas. Erste Probefahrt war beindruckend! Ein breit nutzbares Drehzahlband, sauberes Beschleunigen ohne Einbrüche, tatsächlich - ohne Übetreibung- wie ein ganz anderer Motor....Durch den kürzeren Gasweg spontaneres ansprechen, hier braucht es nur eine kurze Verstellschraube als Stützhülse im Vergaserdeckel um die ca. 1,5-2cm zu kurze Gaszughülle auszugleichen. Hatte eine geschlitzte aus einem Fahrradbremshebel übrig. M6 passt saugend in den Deckel. Luftfilter mit 45er Anschluß gibt es ebenso für ca. 10-15€ beim Onlinhändler, nicht länger als 8-9 cm kaufen, dann passt das ganze noch Kolision mit dem Benzinhahn. Diese "Sportluftfilter" gibt es auch mit Spritzschutzgehäuse. Nach ca 150 km Probefahrt kann ich sagen: Läuft sehr gut! Kerze ist zum ersten mal nicht schwarz, verkrustet oder ölig sondern der Isolator ist dunkelbraun wie es sein soll. Gelegentlich, bei längerer Bergabfahrt im Schiebebetrieb mit geschlossenem Gas knallt es auch mal, mit dem Bing hatte ich das ständig... kann aber gut sein das die Verschraubung am Auspuff nicht ganz dicht ist oder ich mit der Bedüsung noch etwas spielen muß. In gänze ein neues Fahrgefühl und voller Erfolg. Es ist wohl leider so das alle Bemühungen einen 70 Jahre alten Vergaser mit Hausmitteln wieder zum laufen zu bekommen von fraglichem Erfolg sind. Hatte auch immer Gedacht die alte Kontaktzündung mit Kondesator und Spule wären Teil meines Problems, es lag aber einzig am alten Vergaser, der wohlgemerkt weder verschrabbelt noch übermäßig ausgewadelt aussieht.... Wenn ich rauskriege wie ich hier Fotos anhänge tue ich das gern.
Grüße Stefan

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 06.05.2025, 18:04
von Werner
Also schon der zweite zufriedene Nutzer. Ja der Heinkel ist extrem empfindlich was den Vergaser angeht. Wenn der Schieber luft hat kann man nicht viel machen um den Motor vernünftig zum laufen zu bringen. Ich hab mal nen Bing ausgedreht und ne Messingbuchse auf den abgedrehten Schieber aufgeschrumpft. Damit lief der Roller dann besser aber die Öffnung der Beschleunigerpumpe ist auch meist ausgeschlagen und für den Preis einer neuen Pumpe bekommt man 3 Nibbis. Den Choke hab ich mir umgebaut um ihn vom Lenker zu bedienen. Mein A2 läuft echt gut mit dem Vergaser. Jemand wollte noch für den 22 er einen Adapter aus Plastik drucken. Mal schauen wie das funktioniert

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 07.05.2025, 09:55
von Rued
Gibt im KFZ- Zubehör sogenannte Turboschläuche in verschiedenen Durchmessern. Das sind hitzefeste, gewebeverstärkte Gummischläuche, sehr stabil und haltbar. Die kann man super als ASS - Verbinder nehmen.

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 07.05.2025, 12:38
von Stefan-Franz
Hallo zusammen,
die Turboschläuche hatte ich auch schon im Visier. Gibt es als Stufenschlauchstück, 5 mm Wandstärke, Reduzurierung von 30 auf 25 mm. Wird als Druck-, Saug- und Temperaturfest beschrieben, sowie Chemikalienfestes Silicon mit Gewebeeinlage. Laut Datenblatt 3 mm dehnfähig. Würde also für den 27er Ansaugstutzen und ca. 32er Vergaseranschluss sehr gut passen. Ca. 12 €.
Werde auch den Choke auf Kabelchoke umrüsten. Gibt einen fertigen Kabelchocke mit kurzem Bowdenzug und Knopf zum Einbau ins Blech. Bin am Überlegen den nach vorn zur Stirnseite Kofferkasten zu verlegen, Knopf wäre dann griffgünstig im Fußraum wie bei den alten Vespen....Bohre nur so ungern Löcher in das 70 Jahre alte Blech. Könnte natürlich auch mit langem Zug unterm Beinschild bis unter den Lenker oder die Armaturen gelegt werden. Werner, hast du ein Foto von deinem Choke am Lenker?
Grüße Stefan

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 07.05.2025, 16:07
von Rued
Gleich auf Magura Mopedgasgriff umbauen, die gibts mit Dekompressionshebel, der ist dann für den Choke :)

Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 07.05.2025, 22:21
von Stefan-Franz
Hier mal Fotos vom montierten Nibbi PE24. Ansauggummi aus einem Stück Griffgummi geschnitten und M6 Einstellschraube zum Ausgleich für die etwas zu kurze Gaszughülle. Noch 2 Schlauchschelle, mehr brauchts nicht zum montieren, alles passt ohne Änderungen und kann jederzeit wieder gegen den original Vergaser getauscht werden. Das werde ich aber garantiert nicht mehr machen.....der Nibbi hat direkt aus der Box alle bisherigen Vergaserprobleme gelöst, zum Bruchteil der Kosten der Ersatzteile den ori Vergaser.
Stefan
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Re: Nibbi Vergaser

Verfasst: 07.05.2025, 23:56
von Werner
Hab grad kein Bild vom Chokehebel zur Hand. Hab nen einfachen Choke vom Hercules Mofa rechts unter dem Lenker an der Befestigungsschraube für den Gasgriff angebaut. Bowdenzug zum Vergaser. Da hab ich dann eine Verbindung zum Choke gebastelt. Kunststoff Knopf vom Choke entfernt und den Innenzug mit dem Choke verbunden. Einen Stützhebel aus Blech gebogen der den Aussenzug aufnimmt und der an einer Schraube vom Ansaugflansch angeschraubt ist.