Seite 2 von 2

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 04.05.2018, 22:29
von Bernd Hünten
Servus Bernd,
natürlich war ich bei der Nockenwellesache nicht dabei, ich kann also nur wiedergeben, was mir berichtet wurde. Bei dem Heinkelfreund handelt es sich aber um keinen Bastler. Er sagte mir, dass die Verschmutzungen der Kerze danach nicht wieder auftraten. Dies war auch nur als Tipp gedacht.
Ich hoffe, wir sehen uns in Deggingen!
Bernd
P.S.
Die von dir verstiftete Bremstrommel verrichtet nach wie vor einwandfrei ihren Dienst! :D

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 24.05.2018, 18:02
von HeinkelRichi
Hallo liebe Heinkler,
ich habe dann mal den Ventildeckel abgenommen und eine erschreckende Feststellung gemacht: die Muttern am Klemmbolzen der Kipphebel waren anscheinend nicht fest genug angezogen und haben sich gelockert. Soweit nicht schlimm, bis auf eine eine dieser Muttterrn und deren Unterlegscheibe, die haben sich beide verabschiedet und sind nicht auffindbar. Das bedeutet wohl, dass sie sich duch den Stößelkanal nach unten bewegt haben? Was ich gemerkt habe bei der letzten Tour war, dass die Schaltung hin und wieder gehakt hat.
Ich denke die Mutter und der Ring müssen wieder raus. Aber wie? Ich wollte jetzt mal das Öl ablassen, vlt findet sich da etwas oder am Magnet?
Wer weiss Rat?
beste Grüße
Richard

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 24.05.2018, 18:53
von heinkel-bernd
Servus Richard,

selbst wenn die Mutter und die Scheibe am Boden des Kurbelgehäuses bis zum Magnetstopfen
"gewandert" sind, passen sie nicht durch die Öffnung für den Stopfen M16 x 1,5 :(

Es wird Dir leider nichts anderes übrig bleiben, als den Kupplungsdeckel abzuschrauben :cry:
Die Gefahr ist zu groß, dass Dir ein Teil davon in`s Getriebe oder in den Kurbeltrieb gelangt !

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 24.05.2018, 22:13
von Werner
Ich habe einmal eine Kipphebelmutter mit einem Magneten an einem Draht.aus dem Motor geangelt. Dazu habe ich die Aufnahme für den Ölmessstab abgeschraubt und habe durch die Öffnung die Mutter heraus bekommen.
Die neu befestigten Muttern ändern aber wohl nichts an deinem Vergaser Problem.

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 25.05.2018, 01:23
von heinkel-bernd
Ja.... Werner, `ne gute Idee :D

Da warst Du aber bestimmt froh, dass Du kein Edelstahl-Fanatiker bist !
Da hättest Du mit Deinem Magneten nämlich Pech gehabt :?

Die M6er Mutter mit SW 10 passt schon durch ein Gewinde M14 x 1,5 mit Kernloch-Durchm. von 12,5 mm.

Die M8er Mutter mit SW 14 passt aber, wie schon geschrieben, nicht einmal durch das Gewinde M16 x 1,5
für die Ölablassschraube. Ich hab`s versucht :(
Werner hat geschrieben: 24.05.2018, 22:13 Die neu befestigten Muttern ändern aber wohl nichts an deinem Vergaser Problem.
Vielleicht hat der Kolben durch diese mangelhafte Verschraubung des Zylinderkopfes "Falschluft" und Öl
aus dem Stösselschacht gezogen (verkokte Kerze) und zu wenig Kompression erzeugt :?
Wie sieht denn das Tragbild der Kopfdichtung aus ? Insbes. der schmale Steg zum Stösselschacht !

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 25.05.2018, 23:17
von Werner
Hallo Bernd. So wie ich den Beitrag verstanden habe hat sich eine M6 er Mutter verabschiedet und nicht eine M8 er. Deshalb sollte die Kopfbefestigung OK sein.

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 26.05.2018, 20:42
von heinkel-bernd
Servus Werner,

jetzt habe ich den Beitrag nochmals durchgelesen
HeinkelRichi hat geschrieben: 24.05.2018, 18:02 die Muttern am Klemmbolzen der Kipphebel waren anscheinend nicht fest genug angezogen
und muss zugeben: Du hast schon wieder Recht ! :mrgreen:

Einer Operation mit einem kleinen Magneten stünde dann ja nichts im Wege :wink:

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 05.06.2018, 17:56
von HeinkelRichi
Die Story kann weitergehen. Scheibe und Mutter sind raus.
Ich habe den Zylinderkopf, den Zylinder und den Kolben ausgebaut, alles gut gereinigt und wieder zusammengebaut. Ventile und Zündung neu eingestellt. Frisches Öl und neue Zündkerze. Den Vergaser habe ich zerlegt und geprüft, soweit das mit dem Auge machbar ist. Alle Teile und Dichtungen sind vorhanden. Muss das Ventilplättchen der Pumpe im Vergaser komplett abdichten, wenn ich Luft hineinblase oder ansauge? Es bewegt sich merklich, dichtet aber nur so halbwegs ab.
Der Motor springt gut an. Nach ein paar Kilometern habe ich dann mal angehalten und im Stand Gas gegeben. Dabei zeigen sich etwas schwarze Abgase. Nach ca 2 Km steilerem Bergauffahren im dritten Gang hat der Motor plötzlich an Leistung verloren. Habe das Gas zurückgenommen und konnte dann den Anstieg weiterfahren. Fazit: einmal läuft er ganz gut, dann wieder nicht.
Was tun? Ist es der Vergaser? oder vlt. muss auch der Ventilkopf gemacht werden? Habe die Kompression gemessen: vor dem ersten Anlassen lag der Wert bei ca 7-8 bar.
Werner: ich würde dein Angebot gerne wahrnehmen mir einen gut funktionierenden Vergaser auszuleihen und auszuprobieren. Wie können wir das organisieren? Ich sende dir mal ein PN.

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 10.06.2018, 20:04
von heinkel-bernd
Servus Richard,
Der Zylinder und der Kolben mit Ringen ist neu.
HeinkelRichi hat geschrieben: 05.06.2018, 17:56 vor dem ersten Anlassen lag der Wert bei ca 7-8 bar.
Die Kompression wid bei komplett geöffnetem Gasschieber oder demontiertem Vergaser gemessen !
I.d.R. wird die Kompression bei betriebswarmen Motor gemessen. Da der Kolben und die Ringe aber vor
der Montage eingeölt werden, sollte danach im kalten Zustand aber gleich ein Kompressionsdruck von mind. 9 bar
erreicht werden. 7-8 bar sind jedenfalls zu wenig :(
Vermutlich dichten die Ventile nicht mehr richtig ab und die Ventilführungen lassen auch schon Öl durch :?
HeinkelRichi hat geschrieben: 05.06.2018, 17:56 Habe das Gas zurückgenommen und konnte dann den Anstieg weiterfahren.
Der Vergaser läuft im Vollastbereich vermutlich zu fett ! (Schwarze Abgase, schwarze Kerze)
Hauptdüse evtl. zu groß (bei 20er BING Größe 85 )
Auch wenn "85" d`rauf steht, kann sie schon mal aufgerieben sein !
Das Abstimmen der Hauptdüse und das Einstellen der Düsennadel wurde schon desöfteren beschrieben.
U.A. auch hier:
viewtopic.php?f=1&t=2339&p=13523&hilit= ... ild#p13523
HeinkelRichi hat geschrieben: 05.06.2018, 17:56 Muss das Ventilplättchen der Pumpe im Vergaser komplett abdichten, wenn ich Luft hineinblase oder ansauge? Es bewegt sich merklich, dichtet aber nur so halbwegs ab.
Das Ventilplättchen dichtet nie luftdicht ab ! Kraftstoff ist wesentlich dickflüssiger als Luft, deshalb ist damit
der Wirkungsgrad der Pumpe auch viel höher.
Man muss mit der "Mundprüfung" nur spüren, dass das Ventilplättchen funktioniert :wink:

Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Verfasst: 29.07.2018, 18:53
von HeinkelRichi
Hier nun der Abschluss der Geschichte:
Zwei Probleme sind nun behoben: erstens: der Zylinderkopf hatte am Einlassventil einen Riss, sodass das Ventil nicht dicht war. Der Kopf wurde ausgetauscht.
zweitens: Der Vergaser wurde getauscht gegen einen geprüften gut funktionierenden (freundlicherweise von Werner zur Verfügung gestellt-Vielen Dank dafür)
Und nun läuft er prima.
Ein grosses Danke an alle die mir mit Tipps, Rat und Tat geholfen haben.