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Schaltung

Verfasst: 29.08.2006, 19:45
von Bernd Hünten
Ich verstehe die Probleme mit dem Schalten nicht!
Wenn doch Getriebe, Züge, Schaltgriff und Einstellung in Ordnung sind, dann kann man den Heinkel wirklich gut und auch schnell schalten und die Gänge sitzen!
Mein Getriebe hat jetzt ca. 90 000 km gelaufen und ich habe keinerlei Probleme damit. Auch mein zweiter Motor läßt sich einwandfrei schalten.
Natürlich sehe ich beim Schalten nicht auf den Drehgiff und auch die Rastung ist vorhanden. Man spürt beim Schalten die Rastung und der Gang ist drin.

Häufig werden die Züge zu stramm eingestellt und die Schaltung ist dann schwergängig und natürlich auch schlecht zu schalten.
Bernd

Schaltung euinstellen

Verfasst: 29.08.2006, 20:41
von manfred030
Moin Bernd,
daß das Heinkelgetriebe nach 90.000 Km keinen Verschleiß hat, nehme ich Dir nicht ab. Nach 90.ooo Km sind ein Teil der Zähne rund und die Gänge lassen sich nicht mehr ganz sauber schalten. Es wird wohl so sein, daß Du Dich der Schaltung im Laufe der Zeit angepaßt hast und dieses Manko nicht mehr merkst.
Es ist doch übrigens eine Selbstverständlichkeit, daß man schaltet ohne auf die Schaltung zu schauen, sonst braucht ja im Dunkeln ne Taschenlampe.
Es ging ja aber wohl darum, welche Komponenten für ein sauberes einwandfreies Schaltverhalten verantwortlich sind.
Viel Spaß beim (ein)schalten.
Manfred

Schaltung einstellen

Verfasst: 30.08.2006, 11:06
von Rolf
Hallo,

ich verfolge das Forum seit langer Zeit sehr aufmerksam und habe des öfteren gute Anregungen erhalten.
Ich wohne im Raum Aaalen/ Württemberg und habe meinen Heinkel seit ca. 3 Jahren und nutze ihn, solange die Straßenverhältnisse es zulassen, im Alltagsverkehr.
Die Probleme mit der Schaltung, vor allem das Herausspringen des zweiten Ganges kenne ich aus eigener Erfahrung.
Nicht zuletzt deswegen habe ich den Motor vor zwei Jahren komplett überholt und auch im Getriebe alles gewechselt, was irgendwie verschlissen war.
Leider habe ich nur ein Zahnrad des zweiten Ganges durch ein neues, hinterschliffenes ersetzt. Das Gegenrad habe ich durch ein neuwertiges gebrauchtes ersetzt, da dieses damals von Kress nicht neu zu bekommen war.
Trotzdem fliegt der zweite Gang immer wieder raus.
Nach meinen Erfahrungen gibt es zwei Situationen, die dazu beitragen, dass der Gang rausfliegt.
1. Fahren im Alltagsbetrieb - Starten an der Ampel mit dem Ziel möglichst schnell wegzukommen. Hier schaltet man natürlich so schnell als möglich, was, öfters dazu führt, dass der Gang nicht sauber sitzt und dass dann beim ausdrehen der Gang rausfliegt.

2. Fahren an Steigungen größer ca. 14%, vor allem wenn man ohne Schwung anfahren mußte. Hier muss der zweite voll ausgedreht werden, was bei mir immer wieder dazu führt, dass der zweite rausfliegt.

Wenn es Heinkelfahrer gibt, die mit dem 103A2 keine Probleme mit der Schaltung haben liegt es vielleicht daran, dass der Roller nicht unter Volllast im Alltag gefordert wird. Falls doch, dann herzlichen Glückwunsch. Bei mir und offensichtlich bei vielen Kollegen ist es wohl leider nicht so.

Um die Probleme auf ein erträgliches Maß zu reduzieren habe ich auch die Schalthilfe verbaut, habe jedoch die Rastung im Drehgriff entfernt. Falls diese drinbleibt kann ist das ganze überbestimmt, da man die Schalthilfe sauber einstellen kann, die Rastung am Drehgriff jedoch nicht veränderbar ist. Mann kann dann auch nicht mehr fühlen, ob der Gang eingerastet ist.

Wichtig ist auch, dass man sämtliche Züge regelmäßig nachschmiert.

Um die Schaltbarkeit weiter zu verbessern möchte ich jetzt noch einen Schalt-Drehgriff von Gerd Bothe einsetzen.
Falls dies nicht den gewünschten Erfolg bringt, oder Gerd Bothe keinen Schaltgriff mit Stahlrädern mehr hat, werde ich wohl den Motor nochmals aufmachen müssen und schauen, dass beide Gangräder des zweiten Ganges hinterschliffen sind.

Rolf

Verfasst: 30.08.2006, 12:42
von Ralf
Hallo Leute,

irgenwas ist doch beim A0 Motor anders. Weis nicht mehr genau. Aber irgendwas war doch da eingeschliffen, das der Gerd Bothe bei der Getriebeüberholung auch macht. Also dass der 2'te Gang richtig einrastet.
Was wird da gemacht? Denke Ihr wisst was ich meine :!: :?:
Wenn man den Motor bei einer Überholung eh aufmachen muß wäre das ja eine Alternative.

Hoffentlich habe ich jetzt nicht in Rätseln geschreiben :oops:

Schaltung einstellen

Verfasst: 30.08.2006, 13:53
von manfred030
Hallo Ralf,
wenn der 2.Gang immer rausspringt ist das auch ein Zeichen dafür, daß die Zahnräder nicht weit genug ineinander greifen. Das kann vorkommen, wenn die Abtriebswelle zu tief sitzt. Häufig sind deshalb starke Abschürfungen am Gehaüse zu sehen und es läßt sich sehr schwer schalten Ich baue deshalb auch immer die Abtriebswelle mit der Schwinge ein und ziehe die Mutter mit den vorgegeben 8 mkg an.
Dann kann ich nämlich auch prüfen, ob die Abtriebswelle leichtgängig ist und wie sie sitzt. Wenn ich dann das Getriebe zusammen setze und per Hand den 2. Gang einlege, kann ich sehen, ob die Zahnräder weit genug ineinander greifen. Wenn nicht, muß ich entweder unter derAbtriebswelle (alles wieder auseinander) eine Scheibe legen oder evtl. unter der Kupplungswelle.
Ich habe beide Varianten schon gehabt.
Viel Spaß beim ....
Manfred

Verfasst: 30.08.2006, 16:51
von Heinkelholgi
Hallo @Ralf,

der 103 A0 hat Rastkerben in der Schaltwelle. Unten im Motorgehäuse sitzt eine Kugel (oder ist es ein Stift? Ich habe leider keinen A0...) mit Druckfeder, die in diese Kerben einrastet. Dadurch ist eine eindeutige Rastung direkt im Getriebe vorhanden, die Rastmimik am Schaltgriff ist damit überflüssig. Davon abgesehen, hat der A0 auch kürzere Schaltzüge, die unter dem Trittbrett enden und von dort aus ein Gestänge betätigen. Damit ist auch die Elastizität der Getriebebetätigung geringer und ein präziseres Schalten ist die Folge.

Leider ist diese etwas aufwändigere Technik beim Erscheinen des 103 A1 dem Rotstift zum Opfer gefallen. Man hatte wohl befürchtet, die Verkaufszahlen würden sinken, wenn der ohnehin schon stolze Preis des Rollers um 38 Mark steigen würde. Und wer ist wieder der Leidtragende? Der "kleine" Heinkelfahrer :cry: ! Diese Spar-Entscheidung war jedenfalls ein Fehler.

Die A0-Schaltwelle kann nachgerüstet werden, die Bohrung für Feder und Kugel ist in den (meisten? allen?) neueren Motorgehäusen noch vorhanden, nur das Gewinde und die Verschlussschraube nach unten fehlt.

Gruß Holger

Schaltung einstellen

Verfasst: 30.08.2006, 19:36
von manfred030
Moin,
erwartet aber bitte keine Wunder, wenn ihr die Rasterung im Getriebe einbaut ( hatte ich in einem Motor), denn erstens ist der Motor beim A0 fest mit dem Rahmen verschraubt und hat zweitens einen Schaltkasten mit kurzen Bowdenzügen (wie Holgi schreibt).
Beim 103A1/A2 haben wir ja Motorlager und zwei ellenlange Bowdenzüge, die in sich ja schon Spiel haben.
Manfred

Verfasst: 02.09.2006, 09:34
von verbert
Moin moin,
also, eines ist schon mal klar: Wenn ich auf den nächsten A1/A2 treffe, dann werde ich den Fahrer mal ansprechen, ob wir mal für eine kleine Runde tauschen können. Ich fahre einen A0 und bin immer wieder begeistert von der hohen Präzision der Schaltung. Beim Raufschalten wie Runterschalten, hier natürlich schön mit Zwischengas. Holgi schreibt ja von den langen Schaltzügen beim A1/A2 und den kurzen mit der Gestängeansteuerung unter dem Trittbrett beim A0. Ich denke auch, dass das der Hauptgrund für die unpräziseren Schaltleistungen der A1/A2 ist. Doch glaube ich, dass ich den alten Heinkel mit seiner Konstruktion mal in Schutz nehmen muss. Ich denke nicht, dass nur der Rotstift ausschlaggebend war. Wenn ich mir die extrem kurzen Schaltwege des Gestänges angucke, so dürften die Gänge beim A1/A2 dauert rausfliegen, weil der Motor keine starre Verbindung zum Rahmen hat wie beim A0. Die langen Schaltzüge können die Vibrationen ausgleichen, das Gestänge zum Trittbrett nicht. Laut Heinkelwerbung gleitet der A1/A2-Fahrer ja dank der Gummiaufhängung vibrationsfrei durch das Wirtschaftswunder… Der A0-Fahrer merkt hingegen jede Kolbenbewegung direkt and Fuß und Hintern. Vielleicht stand Ernst damals vor seinem Zeichenbrett und sagte: Nojo, es geht halt net elles uff amal…

Grüße aus Mainz, volker

Verfasst: 02.09.2006, 20:07
von Werner
Nun wiil ich auch mal meinen Senf dazutun.
Heute habe ich zum ersten mal einen A0 gefahren. Läßt sich wirklich gut schalten. Etwas besser als mein A1 mit Seriengetriebe, aber eben nur etwas. Ich habe aber noch einen zweiten A1 in den ich die Schaltwalze mitsamt Feder und Raststift vom A0 eingebaut habe. Wenn ich ehrlich bin hätte ich mir die Arbeit sparen können. Der A1 ohne Rastung läßt sich nicht schlechter schalten (was beweist daß die kurzen Schaltzüge und das Gestänge auch was damit zu tun haben). Was meines erachtens nach sehr wichtig für exaktes Schalten ist, ist ein intaktes Getriebe. Viele Getriebe haben derart ausgelutschte Schaltklauen an den Zahnrädern daß man damit einfach nichts besseres erwarten kann. Außerdem braucht man zum Heinkel schalten Geduld. So schnell und präzise wie die Fußschaltung eines modernen Motorrades ist die Heinkel-Schaltung einfach nicht. Mit dem Roller rast man eben nicht, man reist . Von den bei verschiedenen Händlern angebotenen Schalthilfen halte ich übrigens gar nichts. Vielleich kann man bei einem verschlissenen Getriebe den einen oder anderen Gang noch da halten wo er hin gehört, aber letztenendes ist das alles nur eine Notlösung die kaum jemanden zufriedenstellt. Für das Geld sollte man sich lieber nen Motordichtsatz holen und den Motor zerlegen um das eigentliche Problem zu beheben.

Verfasst: 02.09.2006, 22:52
von Heinkelholgi
Für das Geld sollte man sich lieber nen Motordichtsatz holen und den Motor zerlegen um das eigentliche Problem zu beheben.
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus! So isses nämlich. Schließlich sind "damals" hunderttausende von A-1 und A-2-Rollern gefahren worden, ohne dass jemand nach einer Schalthilfe geschrien hätte. Gut, damals waren die Getriebe noch neu.
Wie hieß es in der Werbung: Der Heinkel mit seiner Viergang-Handschaltung ist so leicht zu fahren, dass sogar Frauen damit zurecht kommen! :wink: :lol:

Gruß Holgi