Servus Wolfgang,
was mich nach so vielen Problemen mit diesem Motor mal interessiert:
Wurde der Motor komplett zerlegt und wieder neu aufgebaut ?
Stephan hat geschrieben:Ein auf den falschen OT eingestellter Motor làuft noch schlecht, könnte aber evtl. das Verhalten erklären.
Schlechter Motorlauf stimmt (Leistungsverlust, da die Ventile danach am "richtigen" Kolben-O.T. zu viel Spiel haben),
die Steuerzeiten des Motors werden dadurch aber nicht verändert !!
manfred030 hat geschrieben:ich tippe auf falschen Einbau der Steuerräder, d.h. das kleine Steuerrad mit dem eingeschlagenem Punkt muß genau zwischen den zwei Strichen auf dem großen Steuerad eingebaut sein.
Erst einmal den Kolben-O.T. überprüfen:
Wenn keine Messuhr vorhanden, durch das Zündkerzenloch einen dünnen Bleistift o.ä. bis zum Kolbenboden einstecken
Motor mittels Lüfterrad so weit drehen bis der Stift am höchsten angehoben wird. Dabei den Stift immer etwas
bewegen, da er sonst im Kerzenloch verklemmt und abbricht.
Durch kurzes Vor- und Zurückdrehen des Lüfterrades kann man relativ genau den O.T. des Kolbens ermitteln.
Bei dieser Kurbelwellenstellung muss am Lüfterrad die Markierung O.T. in etwa mit der Spitze am Limadeckel
übereinstimmen !
Besteht eine größere Abweichung, wurde entweder die Scheibenfeder (Halbmond) bei der Montage des Glocken-
ankers aus seiner Führung geschoben und der Anker dadurch verdreht aufgeschraubt oder der Glockenanker
wurde nicht
richtig angeschraubt und hat bei Lastwechsel des Motors die Scheibenfeder abgeschert !
Wenn der Kolben- O.T. mit der Markierung übereinstimmt, kann man bei abgenommenem Ventildeckel
die Steuerzeiten folgendermaßen prüfen:
KW am Lüfterrad so weit drehen, bis beide Ventile gleichzeitig und gleich weit geöffnet sind.
Das nennt man Ventilüberschneidung, da sie beim Vor- und Zurückdrehen der KW abwechselnd öffnen und
schließen und auch bei Mittelstellung unter Druck stehen.
(Diese KW-Stellung ist zum Einstellen des Ventilspiels nicht geeignet )
Zur Erinnerung: Während die Kurbelwelle zwei Umdrehungen vollzieht, dreht sich die Nockenwelle nur einmal !
Bei dieser Überschneidung muss die Markierung O.T. am Lüfterrad mit der Spitze am Deckel übereinstimmen.
Wenn nicht, ist das Steuerrad auf der Nockenwelle verdreht eingebaut !!
Die Nockenwelle ist über die Schlepphebel, die Stössel und die Kipphebel für die Ventilsteuerung zuständig !
Nun zum Vergaser:
An die 175er Motoren können alle 20er Vergaser-Typen montiert werden !
D.h. die Vergaser 1/20/46, 1/20/51 und 1/20/55 sind in ihrer Bauart gleich. Sie unterscheiden sich nur am Lufttrichter
durch den Anschluss des Luftfilters und an der Leerlaufluftdüse !
Die Düsennadel ist im Gasschieber locker fixiert und darf sich seitlich leicht bewegen lassen !