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Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 04.07.2014, 12:36
von Hevo
Hallo

Mir scheint wichtig darauf hinzuweisen, dass der Kondensator durchaus auch Energie verbraucht, dadurch, dass beim Öffnen des Kontakts ein Strom (mit entsprechenden Verlusten) in den Kondensator fließt, der dann auf der Hochspannungsseite nicht mehr zur Verfügung steht.

Eine weitere sehr wichtige Aufgabe besteht darin, dass bei niedrigen Drehzahlen (Leerlauf, Start) ein konkurrierender Funke am Unterbrecher vermieden wird, sodass die Kerze auch unter diesen Bedingungen die volle Zündspannung erhält. Deshalb hat hier ein Halbleiterschalter, statt des mechanischen Kontakts, deutliche Vorteile.

Zur „Kennfeldzündung“ ist zu sagen, dass dort mit konstanter Aufladezeit für die Spule gearbeitet werden kann, was einem variablen Schließwinkel entspricht und bei niedrigen Drehzahlen die Erwärmung der Spule reduziert, während bei hohen Drehzahlen mehr Energie für die Zündung geliefert werden kann. Ebenso kann hier eine spezielle Zündspule mit kurzer Aufladezeit verwendet werden, wenn die Steuerung angepasst ist.

Bisher sind diese „Kennfelder“ aber nur für maximale Leistung bei Vollgas ausgelegt, und das Einsparpotential für Teillast wird nicht genutzt, weil ein Sensor für den Füllungsgrad (Gasstellung) nicht vorhanden ist. Tatsächlich müsste mit weniger „Gas“ die Zündung auf mehr „Früh“ gestellt werden, um der langsameren Verbrennung Rechnung zu tragen. Dies wurde zu „Kontaktzündungszeiten“ mit einer Unterdruckdose gemacht, die aber beim Heinkel nicht vorhanden ist. Alle anderen Einflussgrößen haben nur noch einen vergleichsweise geringen Einfluss auf Leistung und/oder Verbrauch.

Gruß
Hevo

Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 04.07.2014, 13:37
von DER-SCHRAUBER
So, hab den Eintrag gefunden:
http://www.heinkel-club.de/forum/postin ... =3&p=11968

Horst ist wohl bisher der einzigste der Erfahrungen mit der Kennlinienzündung hat.
Beim Verkäufer der Zündung geht seit Tagen keiner ans Telefon :( . Also nix mit Info...


Gruss Markus

Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 04.07.2014, 23:57
von dynamo
Hallo,der Kondensator bildet mit der Zündspule einen Parallelschwingkreis. Je höher die Spannung am Kontakt oder Schalttransistor beim öffnen werden kann, um so höher wird auch die Hochspannung. Beim Einschalten soll der Widerstand möglichst klein sein. Mechanische Kontakte sind in dieser Disziplin gar nicht so schlecht, aber nicht konstant im Verhalten und unterliegen Verschleiß. Dann werden sie richtig schlecht. Zum Schließwinkel: Die Zündspule braucht eine Zeit zum vollen Aufbau des Magnetfeldes. Verkürzt man die Zeit, wird weniger Energie gespeichert. Verlängert man sie, kostet das nur Strom und heizt die Spule. Es ist sinnvoll diese Zeit optimale "Ladezeit" über die Drehzahl konstant zu halten. Die optimale Ladezeit kann man sehr schön auf dem Oszilloskop sehen wenn man einen Strom-shunt vor die Spule schaltet. Als Schalttransistor eignen sich Bipolare, oder Mosfets oder IGBT´s verschieden gut. Ich würde heute einen Mosfet wählen. Der Einschaltwiderstand ist gering und die Spannungsfestigkeit hoch. 400V sollte der Transistor an der Zündspule zulassen und erst höhere Spannungen müssen begrenzt werden. Ich weiß nicht warum Kennfeldzündungen keinen Kondensator haben, denn die Hochspannungserzeugung ist ein anderes Thema als der Zündzeitpunkt. Die sinnlose Zündung beim Ausstoß der Abgase kostet nur Strom und kann man verschmerzen. Wollte man die Zündung verhindern, müsste man den Kipphebel des Auslassventils abfragen, z.B über einen Näherungsschalter (Hall-Schalter).Für wichtig halte ich eine Abschaltung des Spulenstroms im Stand. So vermeidet man immensen Stromverbrauch und Heizen bis zum Exitus (siehe Beitrag:"Nicht ganz dicht").Eine solche Zündung die alle Forderungen erfüllt habe ich vor Jahren mal für einen VW-Boxer Typ2 entworfen und gebaut.Hat sich bewährt. Einzig den Schalttransistor, ein IGBT, würde ich gegen einen Mosfet ersetzen, weil er von den 12V einfach 3V schluckt. Dadurch war eine spezielle Zündspule für Transistorzündung erforderlich, die ein höheres Übersetzungsverhältnis hat.Zur Erkennung "Motor dreht" sind auch etwa zwei Kontaktschließungen nötig. Eine andere Zündung kann den Motor schneller starten...aber Nachteile.Die Schaltung ist recht einfach und kann ich hier einstellen, bei Bedarf.
Gruß, Heinz
P.S. leider liegt der Schaltplan in GR. Ab ende September kann ich den wieder sehen

Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 27.10.2014, 20:48
von dynamo
Hier die bewährte Schaltung.

Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 28.10.2014, 19:20
von DER-SCHRAUBER
Hallo Heinz,

das ist mal ein toller Beitrag!!!
Hast Du hiefür auch die Platinen gebeitzt und fertig aufgebaut?

Gruss Markus

Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 29.10.2014, 06:59
von dynamo
test

Re: Zündung Zündsysteme

Verfasst: 31.10.2014, 07:38
von dynamo
Hallo Markus,
ich habe gerade ein Problem mit dem Internetzugang. Zweimal ist meine Nachricht bereits verschwunden. Auf ein Neues: Ich ätze seit 30 Jahren keine LP mehr. Aus Faulheit und Gründen des Umweltschutz. In der Reihenfolge. Es ist bei Einzelstücken auch wirklich überflüssig. Lochrasterplatte mit Lötaugen und Verdrahtung mit 0,3 CuL reicht völlig aus, ist leicht zu ändern und recyclen. Bei Einsatz in Fz lackiere ich die Lötseite farblos. Solche Aufbauten sind bei mir noch NIE aus mechanischen Gründen ausgefallen! Aus elektrischen schon...
Gruß, Heinz