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Verfasst: 28.12.2005, 09:29
von Andreas Fingerle-alt
Hallo Ralf,
das Problem Zylinderkopfdichtung ist mir nicht unbekannt. Entweder die Muttern der Stehbolzen waren nicht richtig angezogen, bzw nachgezogen (30 Nm), oder die Fläche am Zylinderkopf ist uneben (tuschieren). Wenn du eh offen hast kontrolliere doch gleich auch Ventilsitze und Führungen. Also Ventile raus.

Na dann ein arbeitsreiches Wochenend und viel Erfolg! Viele Gruße Andi

Verfasst: 28.12.2005, 09:29
von Heinkelholgi-alt
Hallo Ralf,

ich schließe mich Andreas an. Die dünne Stelle am Stößelkanal ist der neuralgische Punkt beim Heinkel. Die Ursache ist neben dem "Vergessen" des Mutternnachziehens oft eine verzogene Dichtfläche am Kopf.
Um künftiges Durchbrennen zu vermeiden, solltest du die Dichtfläche des Zylinderkopfes planen (lassen). Außerdem solltest du künftig eine Zylinderkopfdichtung aus Aluminium einsetzen. Diese Dichtungen haben sich auf die Dauer als beste Alternative bewährt. Zwar gibt es auch welche mit Kupfer-Brennsteg, die aber den Nachteil haben, dass sie sich in das weiche Alu des Kopfes hineinarbeiten können. Beim nächsten Herunternehmen des Kopfes findest du dann einen bis zu einem Zehntel mm tiefen ringförmigen Eindruck auf der Dichtfläche. Die Originaldichtung kann man natürlich auch verwenden, dazu muss aber völlige Planität gegeben sein. Unbedingt die Kopfmuttern nach 250 km nachziehen (dabei erst 1/8 Umdr. Lösen, dann mit dem Drehmomentschlüssel auf 30-32 Nm nachziehen)!
Dass das Auslassventil schwarz ist, ist natürlich normal. Hauptsache, es ist dicht! Zur Prüfung füllst du ein Schnapsglas voll Benzin (Waschbenzin) in die Kanäle und legst den Zylinderkopf zehn Minuten waagerecht hin. Es darf höchstens ein feuchter Hauch an den Ventilsitzen sichtbar werden, ansonsten ist Einschleifen angesagt! Das allerdings lohnt sich nur, wenn die Sitze noch o.k. sind und die tragende Dichtfläche noch nicht breitgeschlagen ist (darf nicht breiter als 1mm sein).

Gruß Holgi

Verfasst: 28.12.2005, 09:30
von Ralf-alt
Hallo Holgi, hallo Andi !

Habe heute wieder montieren wollen und die Ursache gefunden. Ein Stehbolzen ist abgerissen. Ich hatte beim losschrauben schon gedacht, daß die schraube recht locker war, bei der Montage hatte ich den Stehbolzen dann in der Hand. Der Reststummel befindet sich im Motorblock und läßt sich m.E. nicht mit der normalen Bohrmaschine rausholen. Habe den Motor jetzt ausgebaut und werde wohl eine Fachwerkstatt in Anspruch nehmen, die mir das Gewinde für den Stehbolzen wieder herstellt.
Ich werde mir wahrscheinlich einen zweiten Motor suchen, den ich von Grund auf renoviere und dann für diesen Roller verwende. Später kann ich dann diesen Motor renovieren.

Schade, hätte heute viel Zeit gehabt zum Basteln.

Viele Grüße

Ralf

Verfasst: 28.12.2005, 09:30
von Heinkelholgi-alt
Hallo Ralf,
wieso lässt sich der Stummel nicht mit der normalen Bohrmaschine entfernen? Du bohrst in der Mitte ein 3,5mm-Loch (vorher ankörnen) und benutzt einen passenden Schraubenausdreher (Linksdreher). Der wird fest mit einem Windeisen eingedreht, und vorher wird Caramba ins Loch gesprüht. Dann kommt bei kräftigem Drehen der Bolzenrest mit. Anders macht das auch die Werkstatt nicht! Der neue Bolzen wird mit zwei gekonterten Muttern eingeschraubt.
Sollte der Rest so fest sitzen, dass er sich mit dieser Methode nicht ausbauen lässt, dann nimmst du einen 6mm-Bohrer und bohrst ihn komplett aus. Anschließend setzt du einen Helicoil-Einsatz für M6 rein.

Gruß Holger

Verfasst: 28.12.2005, 09:31
von manfred 030-alt
Hallo Holger,
die Zuganker sind M 8.
Gruß Manfred

Verfasst: 28.12.2005, 09:31
von Bernd Hünten
Hallo Ralf, Holger, Manfred!
Meine Fachwerkstatt hält von Helicoil-Einsätzen bei den Stehbolzen überhaupt nichts!!! Ich habe, da die Bolzen bei meinem Roller weich waren, alle 4 machen lassen. Leider habe ich den Namen des Einsatzes vergessen aber es funktioniert so: Die Stehbolzen werden herausgedreht, dann wird ein etwas größeres Gewinde geschnitten. Hierein wird ein "Zylinder" geschraubt, das das passende Außengewinde hat. Dort, wo das Außengewinde ist, liegt genau auf der Innenseite das M 8 Gewinde. Wenn ich den Stehbolzen nun in das M 8 Gewinde hineindrehe, presst er gleichzeitig das Außengewinde in das neu geschnittene Gewinde. Die Stehbolzen sitzen bombig und vertragen auch mehr als 3 mkg. Ich habe pro Einsatz und Arbeit 5 E gezahlt. Da ich jetzt in Urlaub fahre, kann ich erst in 3 Wochen den Namen des Einsatzes erfahren.
Gruß
Bernd

Verfasst: 28.12.2005, 09:31
von Ralf-alt
Hallo Holgi, hallo Bernd !

@Holgi: Habe die Methode mit Körner und Bohrer versucht. Da der Stehbolzen sehr schräg ausgebrochen ist, rutschen sowohl Körner wie auch Bohrer ab. Ich habe trotzdem mit Bohren versucht, mit dem Ergebnis, daß ich das Loch nicht zentrisch geschafft habe, sondern bei d=5mm schon fast am Rand des Gewindes bin.

Im oberen Bereich scheint mir sowieso kein Gewinde mehr vorhanden zu sein, jedenfalls konnte ich keins mehr erkennen.

@Bernd: Die Methode klingt gut und würde mich interessieren. Was aber spricht gegen die Helicoil-Methode beim Stehbolzen? Beim Kerzengewinde kann ich es ja verstehen und nachvollziehen, aber beim Stehbolzen? Muß ja nicht ständig raus- und reingeschraubt werden. Und die Kräfte kann der H-Einsatz auch übernehmen.

Viele Grüße
Ralf

Verfasst: 28.12.2005, 09:32
von Heinkelholgi-alt
Hallo Männer!

Manfred Hinz schrieb:
>Hallo Holger, die Zuganker sind M 8.

Natürlich... Wie dumm von mir!

Wenn Werkstätten eine bessere Methode als Helicoil empfehlen, dann wird das schon seinen Grund haben. Man kennt als Schrauber ja auch nicht alle Systeme, die da so auf dem Markt sind.
Obwohl ich Helicoil eigentlich auch als allgemein anerkannte Methode mit hoher Festigkeit kenne.
@Bernd: Auch wenn die Bolzen jetzt mehr als 30 Nm vertragen, würde ich die Muttern nicht wesentlich fester anziehen. Das Problem liegt ja nicht nur bei der Festigkeit der Gewinde, sondern auch bei der Dehnungsgrenze der Stehbolzen selbst sowie der Gefahr, den Zylinderkopf zu verziehen! Bei einer planen Dichtfläche und einwandfreier Dichtung gibt es auch keinen Grund, die Muttern stärker anzuknallen. Andererseits: wenn deine Dichtflächen nicht absolut plan sind, ist es sicher nicht die richtige Methode, stattdessen die Kopfmuttern stärker anzuziehen! Damit kurierst du an den Symptomen, nicht an der Ursache.
Das wollte ich nur mal gesacht haben !

mfg Holgi

Verfasst: 28.12.2005, 09:32
von Andreas Fingerle-alt
Hallo ihr alle,
Helicoil denke ich funktioniert auch bei den Zugankern, den es wird in Fachwerkstätten oft eingesetzt. Die Methode mit der Buchse gibt es von Ensat, braucht aber bei M8 ein Aussengewinge von M12x1.5, was vielleicht bei den Wandungsverhältnissen etwas knapp wird?!
Zu der Orginalbohrung ist zu sagen, daß das Gewinde nicht bis an die Dichtfläche geht, sondern etwas zurückgesetzt ist.

Herzliche Schraubergrüße
Andreas

Verfasst: 28.12.2005, 09:32
von Gerhard Rustenbach
Hallo
ich nehme für die Zugankern die Dünnwand- Gewindebüchsen, Wandstärke nur 1 mm von der Fa.V. Lamberti.Die Gewindebüchse gibt es in M 8 Innengewinde-Außengewinde 10x1,25.
Mfg Gerhard