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Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 25.07.2011, 11:13
von heinkel-bernd
Heinkelnowy hat geschrieben:Durch das Nachziehen des Zylinderkopfes ändert sich der (gemessene)OT.
Servus Werner,

das mit dem gemessenen O.T. glaube ich Dir nicht !
Der "gemessene" und tatsächliche O.T. sind doch identisch.
Soviel ich weiß, werden heute noch die KFZ-Motren mit der Blitzlampe eingestellt: :idea:
x° vor O.T. !

Wenn sich die beiden Dichtungen des Zylinders zusammenpressen wird lediglich der Verdichtungsraum
etwas kleiner, d.h. man erhöht dadurch das Verdichtungsverhältnis ein wenig.

Ich bitte unseren KFZ-Mechatroniker und KFZ-Eektrikermeister Werner nochmal dazu Stellung zu nehmen,
damit wir dieses Thema abgeschlossen haben. :)

Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 26.07.2011, 11:05
von Werner
Hallo
der OT verändert sich definitiv nicht wenn man den Kopf nachzieht genauso wie sich auch der Zündzeitpunkt und der Schließwinkel nicht ändern. Richtig ist aber: Stelle ich den Motor mit Messuhr auf OT und ziehe dann den Kopf nach so bewegt sich der Zeiger der Messuhr, das liegt aber daran dass der Zylinder sich nach unten bewegt ( pressen der Kopf/ Fußdichtung). Der OT ist ja der obere Punkt bis zu dem sich der Kolben nach oben bewegt und der bleibt vom Kopf nachziehen unbeeinflusst da der Kolben ja nur mit Pleuel und Kurbelwelle fest verbunden ist.
Eine plausible Erklärung warum sich der Zündzeitpunkt durch Kopf nachziehen verändern kann habe ich nicht, leider.Ich kann da nur vermuten dass sich kurze Zeit vorher durch Verschleiß des Pertinaxnockens der Schließwinkel (Kontaktabstand) geändert hat und somit auch der Zündzeitpunkt???!!!

Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 27.07.2011, 17:11
von Heinkelnowy
Hallo Leute.
Ihr habt recht. Der Zündzeitpunkt ändert sich nicht! Die Meßuhr wird bei Kolben OT auf 0 abgeglichen und dann der Zündzeitpunkt auf 0,7mm vor OT eingestellt. Also sind die Setzungsvorgänge der Dichtungen außen vor. Aber wie der Fall Volker zeigt, sollte dieser öfter mal kontrolliert werden. Die Verstellung des Zündzeitpunktes dürfte hauptsächlich mit dem Verschleiß des Unterbrecherhebelnockens aus Pertinax zu tun haben. Der ist einem gewissen Verschleiß unterworfen und wird bei mangelnder Schmierung größer.
Zum Einstellen beim PKW mit Stroposkoplampe. Diese Einstellung wird direkt an der Kurbelwelle vorgenommen, wie es auch beim Heinkel mit Winkelscheibe möglich wäre, aber meistens nicht gemacht wird. Beim PKW werden Dehnschrauben verwendet, die das Nachziehen des Zylinderkopfes, durch ihre Vorspannung, überflüssig machen.
Da hab ich mich aber schön mit Ruhm bekleckert. :shock:
Aber ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn :D

Grüße Werner

Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 27.07.2011, 20:23
von heinkel-bernd
Servus Heinkelgemeinde !

Es ist kaum zu glauben über was man alles schreiben kann wenn jemand vergisst seine Zündung zu kontrollieren.
Nichts für ungut Verbert ! :wink:

Ich schwöre, das ist jetzt mein letzter Beitrag zum Thema "Leerlaufdrehzahl". Hier persönlicher
Erfahrungsbericht über Zündungseinstellung:
Ich habe mir in den 70er Jahren zum Käferschrauben vom Versandhaus Quelle ein Zündeinstell-Set gekauft,
ist drin eine Xenon-Stropskoplampe mit Zündkerzen-Adapter und ein Drehzahl- Schließwinkeltester, der leider
nicht mehr funktioniert. :(
Ich habe die Zündunge aller meiner Fahrzeuge ausschließlich mit der Stroposkoplampe eingestellt:
Beim Tourist mit ganz wenig Standgas den S.P.(späte Vorzündung) angeblitzt, kann man bei laufendem Motor
noch schön verändern (Achtung Kurzschluß mit Schraubendreher und Unterbrecherhebel)
und bei Steigerung der Motordrehzahl kann man gut beobachten, wie die Einstellmarke F.P.(frühe Vorzündung)
zur Markierung wandert !
So kann ich gleich feststellen, daß der Fliehkraftregler richtig arbeitet !

Habe ich bei meinem Heinkel noch nie anders gemacht und der läuft wie Sau :mrgreen:

Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 01.08.2011, 20:42
von barmbrun
Hallo zusammen,

also bezüglich der Auswirkungen des Nachziehens der Zylinderkopf-Ankerschrauben auf das Ventilspiel hat Werner recht, nicht aber damit, dass sich dabei der obere Totpunkt ändert. Der ist ja allein von der Winkelstellung der Kurbelwelle abhängig.

Im übrigen fällt mir auf, dass ihr mit euren Ventilspiel-Einstellungen mit Messfühler (0,7 mm) natürlich archaische Einstellmethoden verwendet, die damals noch so ausgeführt wurden. Heute bekommt man z. B. unter der Bestellnummer 10003442 bei Louis für um die 40 EUR eine wunderbare Stroboskop-Pistole, die man auch zu anderen nützlichen Analysen über die Funktion der Zündkerze und natürlich für ein genaues und einfaches Einstellen des Zündzeitpunktes verwenden kann.

Gruß
Klaus1673

Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 01.08.2011, 23:16
von heinkel-bernd
Servus Klaus,

ich glaube Du hast da etwas verwechselt !
klaus1673 hat geschrieben:Im übrigen fällt mir auf, dass ihr mit euren Ventilspiel-Einstellungen mit Messfühler (0,7 mm) natürlich archaische Einstellmethoden verwendet, die damals noch so ausgeführt wurden.
Du meinst bestimmt "Zündungseinstellung mit Messuhr bei 0,7 mm vor O.T."
Diesbezüglich muß ich Dir zustimmen, da man mit dieser Methode die Fliehkraftverstellung nicht
prüfen kann. Eine wichtige Komponente um die Leistung zu erhalten und Kraftstoff zu sparen !!
Das Zündeinstellgerät mit Meßuhr kostet beim Club ja auch € 62,50

Wie man die Ventiele anders als mit der Fühllehre einstellen kann ist mir nicht bekannt !

Re: Leerlaufdrehzahl

Verfasst: 04.08.2011, 21:41
von heinkel-bernd
Servus Heinkelschrauber !

Habe gerade den Katalog von " Korrosionsschutzdepot " in der Hand.
Da gibt es eine Zündzeitpunktpistole mit induktivem Abgriff, Drehzahl voreinstellbar (Leuchtdiode) :idea:
für € 65,00 (Stand 11/05)

Wer Interesse hat: http://www.Korrosionsschtz-Depod.de

Viel Spaß beim Schrauben ! :wink: