Ölverlust Motor/Schwinge

Motor-Vergaser-Antrieb
Antworten
Benutzeravatar
shouw
Beiträge: 14
Registriert: 19.04.2011, 19:37
Wohnort: Oyten bei Bremen

Ölverlust Motor/Schwinge

Beitrag von shouw »

Hallo.

Ich wusste schon länger, dass mein A2(Erbstück) zwischen dem Motorgehäuse und der Schwinge Öl verliert. Bisher war es aber nur sehr minimal. Wenn der Roller ein paar Wochen stand, sah man einen kleinen Fleck auf dem Boden.
Gestern bin ich bei schönem Wetter ein paar Kilometer mit nem befreundeten Simsonschrauber gefahren und stellte fest, dass das Öl schon so schnell austritt, dass es im warmen Zustand an der Schwinge runter läuft und doch beachtliche Ölflecken sich auf dem Garagenboden abzeichnen.
Habe bereits das Dokument "Ölverlust am Heinkelmotor" gelesen. Konnte aber bisher noch nicht genau feststellen, woher das Öl kommt. Es Ölt auf jeden Fall am Übergang vom Kurbelgehäuse zur Schwinge.

Ich habe noch im Hinterkopf, dass mein Opa meinte, die Reparatur sei kompliziert, da dort mehrere bewegliche Teile drin laufen. Schwinge am Motorgehäuse und da drin ja noch der Sekundärantrieb.

Wie kompliziert ist die Reperatur wirklich? Bin eigentlich ein geübter Schrauber, was Simsons, Kreidler und neuere 2takt Mopeds und Roller angeht.
Brauche ich Spezialwerkzeug?
Was brauche ich alles an Neuteilen (HCD)? Stichwort: Schwingenlagersatz(Tafel9/Bild S). Ist da alles dabei?
Was sollte man noch erneuern, wenn man schon eimal dort arbeitet. (Überarbeitung Anfang der 90er. Was genau gemacht wurde ist Teilweise unbekannt, Kette und Ritzel gemacht, Rechnung vorhanden)
Was ist zu beachten und was kann man einem jungen Heinkelfahrer/schrauber mit auf den Weg in die Werkstatt geben :)

Viele Fragen, freue mich auf Antworten.
mfg
Benutzeravatar
mk-32.de
Beiträge: 76
Registriert: 03.11.2007, 20:18
Wohnort: Kaufbeuren
Kontaktdaten:

Re: Ölverlust Motor/Schwinge

Beitrag von mk-32.de »

hallo
Oftmals hilft es wenn man einfach an der oberseite der schwinge ein kleines loch reinbohrt(2mm), denn wenn das öl warm wird entsteht ein überdruck in der schwinge welcher dann aus dem loch entweichen kann und nicht das öl aus der der schwinge drückt.
Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 3404
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Ölverlust Motor/Schwinge

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus shouw,

die Sache mit der Bohrung würde ich erst mal vergessen, denn damit wird Deine Schwinge auch nicht dicht ! :?
Wenn sich in derSchwinge ein Überdrück aufbaut, liegt es m.E. an einem defekten oder falsch eingebauten
Radialdichtring zwischen Kurbelgehäuse und Schwinge. Dadurch kann der Druck, den der Kolben in der Abwärtsbewegung
erzeugt, nicht nur über den Entlüftungsschlauch, sondern auch in die Schwinge entweichen !
Auch die sogenannten "Blow-by-Gase", die über verschlissene Kolbenringe in das Kurbelgehäuse gelangen, tragen
dann auch zum Druckaufbau in der Schwinge bei ! :cry:

Ich fahre schon einige Jahre, und das recht schonungslos, meinen 103 A-0 und kenne auch die Touristen von meinen
Heinkel-Stammtischlern. Bei keinem dieser Motoren war es bisher nötig eine zusätzliche "Schwingen-Entlüftung"
herzustellen ! Das war auch meines Wissens vom Hersteller niemals vorgesehen !

Nun zu Deiner Leckage am Schwingenlager:
Bei dem Schwingenlagersatz sind vemutlich nur die Stahlhülsen und Bronzebuchsen dabei.
Da würde ich mit der Bestellung erst mal warten, da sie oft nach vorschtiger Überarbeitung noch zu gebrauchen sind:
Wenn noch nicht allzuviel Spiel besteht, spanne ich die Stahlhülsen in die Drehbank und glätte die Lagerflächen mit
ganz feinem Schleifleinen und Schleifvlies. Auch die Dichtflächen der O-Ringe !
Du kannst das Spiel der Schwingenlager überprüfen indem Du den LIMA-Deckel etwas löst und vom Motorgehäuse
ca. 2 mm abhebelst damit die Pressung der Gummi-O-Ringe in den Lagern entfällt. Die Pass-Hülsen müssen noch in
ihren Bohrungen stecken ! Jetzt kannst Du durch seitliches Bewegen der Schwinge das Spiel der Lager feststellen !
Lass Dich bei abgenomenen LIMA-Deckel nicht täuschen, er dient auch als rechte Abstützung des Schwingenlagers !
Ohne diese Abstützung weist das linke Schwingenlager logischerweise relativ hohes Kippspiel auf !

In den Bronzebuchsen liegen die O-Ringe, die mit den Jahren hart werden! Ich vermute, das ist die Ursache der
Leckage. Das wäre auch kostengünstig zu beheben, inkl. 2 Papierdichtungen für die Stahlhülsen !

Um die Schwinge anzubauen brauchst Du unbedingt einen Abzieher für das Kettenritzel und eine Motageanleitung,
die es auf der homepage des Clubs als download gibt ! :wink:

Natürlich wäre der Zustand des Ritzels, des Kettenrades und der Kette zu prüfen ! Auch das Kugellager der Antriebs-
welle ( die Welle auf der auch das Ritzel sitzt ) mit Radialdichtring hält nicht ewig ! Bei Verschleiß dieses Lagers muß
allerdings der Motor komplet zerlegt werden ! :cry:

Die Lager der Hinterachse sind recht stabil, die würde ich erst wechseln wenn es wirklich nötig ist. Dazu muß ja nicht der ganze Schwingarm demontiert werden ! :D

Also, ein paar Tage Liefezeit für die Teile einplanen, Abzieher besorgen, Montageanleitung herunterladen,
Schwinge abbauen und zerlegen, Teile sichten und prüfen :shock: und dann erst die benötigten Teile bestellen !

Viel Spaß beim Heinkel-Schrauben und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
Antworten