Festigkeit von Schrauben

Motor-Vergaser-Antrieb
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manfred030

Festigkeit von Schrauben

Beitrag von manfred030 »

Moin,
wenn man die Ersatzteiliste durchstöbert, stoßt man fast überall auf V2A Schrauben.
Wir haben doch sicher unter den Heinklern einen Experten, der etwas darüber berichten kann, denn V2A hat doch meines Wissens nicht die Festigkeit einer 8.8 Schraube und ist darüber noch spröder im Material,d.h. bricht schneller.
Beim Heinkel sind doch aber fast alle Schrauben auf eine Festigkeit von 8.8 ausgelegt.
manfred
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Hauke
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Re: Festigkeit von Schrauben

Beitrag von Hauke »

Hallo,

hier auf dieser Seite ist das sehr gut erklärt: http://www.konstruktionsatlas.de/verbin ... toff.shtml

Gruß

Hauke
Meine Heinkel sind nun leider alle weg...... :cry:
Technik ist nichts Geheimnisvolles, auch wenn schlechte Techniker ein gelehrtes Gehabe an den Tag legen.
Arno
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Re: Festigkeit von Schrauben

Beitrag von Arno »

Hallo Manfred,

alternativ kannst Du auch hier alles über Schrauben finden: http://www.schraubenlexikon.de

Gruß Arno
shredder
Beiträge: 49
Registriert: 02.08.2010, 21:50

Re: Festigkeit von Schrauben

Beitrag von shredder »

diese Broschüre erläutert die Thematik auch ganz gut:

http://www2.boellhoff.com/web/centres.n ... D_8100.pdf
ullchen
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Re: Festigkeit von Schrauben

Beitrag von ullchen »

Hallo Manfred,

Edelstahlschrauben haben den Charme, dass sie am Mopped ansprechend aussehen und im weiteren Leben schön blank bleiben. Ich verbaue gerne und viel Edelstahl. Die Zugfestigkeit ist in der Regel völlig ausreichend.

An sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Lenkung, Bremse und Radaufhängung belasse ich allerdings nach Möglichkeit die originalen Schrauben oder wähle verzinkte Stahlschrauben mit bekannter Festigkeit. Aus meiner Schraubererfahrung schätze ich die "gutmütigen" Eigenschaften der Schrauben aus unlegiertem Stahl. In der Praxis stellt es sich folgendermaßen dar:

Ordentliche Schrauben aus unlegiertem Stahl dehnen sich deutlich, bevor sie abreißen. Schon beim Anziehen merkt man, dass die Schraube irgendwie "weich" wird. Edelstahlschrauben versagen eher spontan.

Die Oberfläche von Edelstahlschrauben hat im Gewinde meist eine hohe Rauhigkeit. Beim Anziehen neigt das Gewinde zum Fressen oder reibt in Aluminium kräftig am Innengewinde. Damit nichts bei der Montage frisst oder im Laufe der Zeit korrodiert, fette ich Edelstahlschraschrauben grundsätzlich im Gewinde.

Das Fett ist besonders wichtig für den Winterbetrieb. Dringt salzhaltiges Wasser an den Edelstahl, kann die Passivschicht an der Oberfläche durchbrochen werden und es tritt Korrosion auf.
Auf Zug beanspruchter Edelstahl neigt bei hoher Salzkonzentration zu Spannungsrisskorrosion. Die Korrosion unterstützt dabei die Rissbildung. Die Festigkeit einer Edelstahlschraube ist also neben der angegebenen Zugfestigkeit auch vom Korrosionsmedium abhängig. Mit ordentlich Fett im Gewinde ist der Zutritt von Tausalz erschwert.
Eine unlegierte Stahlschraube sieht nach dem Winter rostig aus, doch besteht dort nicht die Gefahr der Rissbildung durch Korrosion wie am Edelstahl. Fett wirkt bei diesen Schrauben natürlich auch gut.

Folgendes für Pedanten:
Wenn man eine Edelstahlschraube mit der Säge, Drahtbürste oder mit der Feile bearbeiten muss (z.B. auf Länge kürzen) ist die Korrosionsbeständigkeit in Gefahr. Die Werkzeuge aus ferritischem Stahl hinterlassen auf der Oberfläche Fremdmaterial. Damit ist die Bildung der Passivschicht gestört. Die Korrosionsbeständigkeit ist deutlich verringert. Wenn es besonders auf die Beständigkeit ankommt, sollten die bearbeiteten Oberflächen im letzten Arbeitsgang abgeschliffen werden. Der Edelstahl hat dann wieder die ursprüngliche Korrosionsbeständigkeit. Selbst der Schraubendreher kann die Beständigkeit herabsetzen - aber mit manchen Dingen muss man einfach leben :-)

Grüße aus der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung,

Ulrich
Nur ölich ist der Ulli fröhlich
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