Gleitlagerbuchsen Nockenwelle/Getriebe beurteilen, ggf. austauschen

Motor-Vergaser-Antrieb
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Jungheinkler
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Re: Gleitlagerbuchsen Nockenwelle/Getriebe beurteilen, ggf. austauschen

Beitrag von Jungheinkler »

Natürlich, habs berichtigt
:roll:
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verbert
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Re: Gleitlagerbuchsen Nockenwelle/Getriebe beurteilen, ggf. austauschen

Beitrag von verbert »

Hallo Jungheinkler,

hast Du auch einen Namen? Ist einfach schöner… 😊 Lies den Post von Guido mal genau durch. Er sagt, die Buchse auf 14,00mm aufreiben bei einem Nockenwellendurchmesser von 13,96mm macht das eine Differenz von 0,04mm. Und das liegt dann voll in den angegebenen Passungsmaßen.

Gruß volker
GvO
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Re: Gleitlagerbuchsen Nockenwelle/Getriebe beurteilen, ggf. austauschen

Beitrag von GvO »

Nur vertippt, war natürlich 14.005 mm
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AxelRe
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Re: Gleitlagerbuchsen Nockenwelle/Getriebe beurteilen, ggf. austauschen

Beitrag von AxelRe »

Einen guten Abend zusammen,
entschuldigt bitte erst einmal meine späte Antwort hier, ein paar weniger erfreuliche Baustellen haben mich parallel beschäftigt.

Vielen Dank für eure weiteren Beiträge zu unseren Fragen.

Zum Beitrag von Guido (GvO 05.02. 12:57, mit Korrekturanmerkung vom 09.02. 23:14) betreffs Spiel der Nockenwellenlagerbuchsen können wir beisteuern:
- Klar meinte Guido die Nockenwelle (was meint ihr, wie oft wir untereinander in dem Zusammenhang das Wort Kurbelwelle im Mund hatten :lol: , beim Lesen hier hab ich den Verschreiber gar nicht bemerkt bis Jungheinkler mich draufgestoßen hat.)
- Den Durchmesser einer neuen Nockenwelle von 13,96 mm haben auch wir gemesssen, wir haben vor kurzem zwei Stück erneuern müssen.

Im aktuellen Fall bleibt die Nockenwelle, der Durchmesser der Welle ist auf einer Seite original, auf der anderen kaum messbar geringer. Die Nocken und Schlepphebel sehen gut aus, sie hat 4,85 / 4,76 mm Hub (wie von Lutz gelernt bereits vor der Demontage des Zylinderkopfes an den Stößelstangen mit Meßuhr gemessen). Es ist leider keine 'Sport-'Welle mit 5,00 mm Hub, die wir bei Austausch verbaut haben, aber man muss nicht alles haben ...

Unsere beiden Nockenwellenlagerbuchsen sind wie vermutet 'Schrott', deren Innendurchmesser ist nach Guidos Angaben (Aufreiben neue Buchse auf 14,00 mm, seine gemessene gebrauchte Buchse 14,005 mm) 'jenseits von Gut und Böse': beide sind unrund, und ich messe 14,04 - 14,08 mm bei der einen, 14,03 - 14,06 mm bei der anderen Buchse, die Nockenwelle 'schlackert' in diesen Buchsen deutlich sichtbar (tangentiales Spiel). Auch im zusammengesteckten und verschraubten Gehäuse (nur mit Nockenwelle, sonst leer) spürt man dieses Spiel mit bloßer Hand; wobei dabei die Buchsen im Gehäuse spielfrei scheinen (soweit mit dem Auge erkennbar), obwohl sie sich ja im Gehäuse drehen lassen. Also quasi 'Doppelschrott'.

Etwas Hintergrund - warum haben wir diesen Motor überhaupt zerlegt?
Er lief eigentlich prima und brachte mehr als gute Leistung, kein Wunder bei einer Kompression von anfänglich gut 12 bar, dann mit 10,7 bar nach Umbau auf einen Zylingerkopf mit originaler Kalottentiefe von 19,45 mm. Aber er 'klapperte' inzwischen innerlich deutlich hörbar - die 12 bar (über mehrere Jahre?) lassen grüßen vermuten wir. Klingt wie ein Schiffsdiesel meinte ein Kollege - jetzt heißt der Motor bei uns intern so :D . Zwei Quellen haben wir lokalisiert: zum Einen hatte das lichtmaschinenseitige Kurbelwellenlager Spiel (wenn auch bei weitem nicht so viel wie bei dem auf der Touristik in den Vogesen ausgetauschten Motor), und zum Anderen das Spiel der Nockenwellenlager.

Was haben wir nun gemacht:
Beim Ausbau weiterer Lager haben wir noch mehr 'Spiele' an Lagersitzen im Gehäuse festgestellt, Entscheidung daher 'Gehäuse wechseln'. In unserem Lagerbestand fand sich ein Gehäuse mit guten Nockenwellengleitlagern, und auch die weiteren Lagersitze fanden wir in gutem Zustand (soweit wir das beurteilen - im Vergleich zu unseren anderen Motoren, die ordentlich laufen).
Nach dem Einsetzen der Kugellager (alle neu) haben wir, wie von Rainer empfohlen (und auch praktiziert), jede Welle einzeln in das Gehäuse eingesetzt, dieses verschraubt und die Gängigkeit der Welle geprüft. Zum Glück, denn die geteilte Kupplungs-/Abtriebswelle war in sich schwergängig - das getriebeseitige Abtriebslager brauchte noch etwas mehr Wärme (und leicht klopfenden 'Zuspruch' :P ) um richtig an der Schwingarmmessingbuchse anzuliegen, jetzt dreht sich die Welle auch an ihrer Teilung leicht. Dann nochmal mit allen Innereien eingesetzt alles durchgedreht und Getriebe durchgeschaltet, ok.
Jetzt ist das Gehäuse mit seinen Innereien und Dichtmasse zusammenmontiert und wartet auf unsere nächste Zusammenkunft.


Zum Schluss will ich euch noch schreiben, was ich abseits aller Technik absolute Klasse finde:
Neben dem, was wir hier alle im Forum lesen können, habe ich per Mail und PN Angebote bekommen für Gehäuse und auch mehrfach für konkrete Hilfe beim Tausch der Nockenwellenlagerbuchsen. :D :D :D
Vielen, vielen tausend Dank dafür - auch wenn wir dieses Mal durch den Gehäusetausch 'gerettet' wurden (das wir auch noch selbst hatten), aber das sehe ich als glücklichen Zufall an. Ohne diese Angebote wären wir im 'Normalfall' verloren gewesen.
Also mein Rat an alle: Es lohnt sich absolut in diesem Forum nach Unterstützung zu fragen, es kommt mehr zurück als wir hier öffentlich lesen können. Und dafür liebe ich diese Heinkel-Gemeinschaft :wink:

Eine gute Nacht wünscht Axel
mit den besten Heinkelgrüßen aus dem Spessart
(na fast :wink: : aus Glattbach, am Aschaffenburger Rand des Spessart)
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