Heinkel 102 A1 springt nicht an

Motor-Vergaser-Antrieb
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heinkel-bernd
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Heiko,

HeikoCasjens hat geschrieben: 09.05.2019, 16:18 Aber wie verdreht man den um 360 Grad?
Um alle vier Takte zu absolvieren, muss sich die Kurbelwelle zwei mal um 360° drehen :wink:
BerndSt hat das vermutlich mit dem Einstellen des Ventilspiels verwechselt, zu dem ja zwei
O.T.-Stellungen des Kolbens verfügbar sind, dazur aber nur eine bestimmte relevant ist.
Wie schon geschrieben, zündet der Heinkelmotor aber bei jeder O.T.-Stellung, deshalb kann
man hier mit dem O.T. auch nichts falsch machen.

Ich habe mir das Ganze nochmals überlegt :?

Das Problem tauchte auf, nachdem sich der Glockenanker auf der K.W. verdreht hatte und somit die
Zündung total verstellt hat. Der Motor läuft damit zwar nicht mehr aus eigener Kraft, es kann
dabei aber auch kein Schaden entstehen :wink:
Voraussetzung für eine erfolgreiche Fehlersuche ist jetzt, dass der Kolben-O.T. exakt mit der Markierung
am Lüfterrad übereinstimmt !

Wenn der Motor nicht schon gelaufen wäre, würde ich auf eine verdrehte Nockenwelle (beim Einbau)
tippen. Diese kann sich im eingebauten Zustand aber nicht verdrehen !
Trotzdem solltest Du bei abgenommenen Ventildeckel mal grob die Steuerzeiten überprüfen:
Ventilspiel der beiden Ventile auf 0,0 stellen und diese auf Überschneidung bringen
(beide Ventile leicht geöffnet). Die K.W. langsam rückwärts drehen, bis sich der Auslass-Kipphebel nicht mehr bewegt.
Dann diese Stellung auf dem Lüfterrad genau unterhalb der Spitze am Gehäuseausschnitt markieren.
Jetzt den Motor vorwärts drehen, bis sich der Einlass-Kipphebel nicht mehr bewegt und hier auch das
Lüfterrad markieren.
Die O.T.-Markierung auf dem Lüfterrad sollte sich jetzt relativ* genau zwischen den beiden gesetzten Markierungen
befinden !
(* Die exakte Ventilüberschneidung liegt i.d.R. minimal vor O.T., ist bei dieser groben Prüfung aber zu vernachlässigen)
Nicht vergessen das Ventilspiel wieder herzustellen !

Wenn die Steuerzeiten (Ventilüberschneidung passt, sollte als Ursache jetzt nur noch eine der Komponenten in Frage
kommen, die zur Befestigung des Ankers aus- und wieder eingebaut wurden:
Fliehkraftregler und Unterbrecher mit Grundplatte.

Und ich sehe gerade, dass BerndSt auch mal wieder gute Ideen hatte, die sich teilweise mit meinen decken.
Ich lass meine Antwort jetzt aber mal so stehen :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
HeikoCasjens
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von HeikoCasjens »

Guten Morgen ihr beiden Bernds! Das ist alles super beschrieben, vielen Dank dafür. Ich war gestern Nachmittag wieder am ausprobieren und jetzt hat er gelaufen . Habe den Kolben in eine andere Stellung gedreht und mit der Lampe eingestellt. Aber immer wenn ich bei dem Zündkontakt den Deckel wieder drauf drehe funkt die Kerze nicht. Werde mich damit noch beschäftigen. Aber er läuft jippi!!!😃 So muss jetzt zur Arbeit aber ich lass mich noch einmal wieder hören! Allen ein schönes Wochenende!9
Heinkelcruiser
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von Heinkelcruiser »

Moin moin,
ich bin immer davon ausgegengen das die Zündkerze funkt? Hattest Du das nicht geschrieben? Aber der Anschluss des Kabels an die Kontakte, ist ne blöde Ecke beim 102er. hatte ich auch schon Probleme mit.
Gruß Christian
HeikoCasjens
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von HeikoCasjens »

Moin Christian. Die hat auch immer gefunkt aber als ich danach als er gelaufen ist den Deckel drauf gemacht habe ging wieder nichts mehr also Deckel ab und dann gings wieder. Vielleicht ist der Kondensator kaputt und die Funken von den Kontakten schlagen deswegen an den Deckel. Ich muss mal schauen. Schönen Tag noch!
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BerndSt
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von BerndSt »

Hallo Heiko,

ich rate Mal: das Kabel, das vom Unterbrecher zum Kondensator geht ist der Übeltäter. Wenn Du den Deckel zu schraubst wird das Kabel gequetscht und bekommt Masseschluss.

Ich bin gespannt, ob ich damit richtig liege oder falsch. :wink:

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
HeikoCasjens
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von HeikoCasjens »

Nee Bernd. Beim festschrauben des Kabels sind kleine Kupferdrähte danebengegangen und kamen an Masse. Ich habe heute Abend die ersten 3 km gefahren. Alles super bis das der Gasdrehgriff nicht leichtgängig ist aber ich werde nochmal andere Federn ausprobieren. Schönes Wochenende!
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BerndSt
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von BerndSt »

Hallo Heiko,

OK, ich gebe mir für meine Analyse selbst einen halben Punkt - es war das Kabel, aber kein Problem an der Isolierung/Abschirmung. :lol:

Und "was lernt uns das"? Im Hochspannungsbereich immer sehr, sehr sorgfältig arbeiten. Nicht "hudeln" (wie der Bayer sagt) und alles doppelt und dreifach prüfen. Zur Not mit gutem Licht und Lupe. "Isso" - wie ein guter Freund von mir gern sagt, wenn er wichtige Punkte bekräftigen will. :wink:

Ich freue mich jedenfalls sehr für Dich! Und ich hoffe, Du hast jetzt viel Spaß mit Deinem außergewöhnlichen Heinkel (A0, A1 und A2 kann ja jeder fahren... :mrgreen: ).

Zu Deinem Gasgriff noch: ich glaube nicht, dass Du da mit stärkeren Federn viel ausrichten wirst (damit kurierst Du das Symptom, aber nicht die Krankheit). Der Griff/Zug/Vergaser sind eigentlich recht leichtgängig, wenn alles korrekt montiert ist und der Bowdenzug läuft "wie geschmiert". Bevor Du da mit nicht spezifizierten Federn experimentierst, solltest Du (leider) den Kram noch einmal zerlegen. Und dann:
  • alle Bestandteile des Gasgriffs gut fetten; ohne montierten Bowdenzug testen - muss sich drehen "wie Butter" und darf nicht "hakeln".
  • Bowdenzug ölen (ich hänge den irgendwo auf und lasse dann von oben her Balistol oder ein anderes dünnes, nicht-harzendes Öl (Waffenöl ist z.B. ganz gut) eintropfen, bis es unten wieder heraus läuft. Wenn alles gut geölt ist (und durch das frische Öl alte Verharzungen aufgelöst sind) muss auch der Bowdenzug praktisch widerstandslos in seiner Hülle laufen.
  • Vergaser öffnen und prüfen, ob der Schieber leichtgängig ist. Auch prüfen, ob die Vergasernadel gerade ist und nicht klemmt.
  • Falls Du durch Sichtprüfung erkennen kannst, dass die Feder im Vergaser nicht mehr gut ist, diese austauschen (normalerweise ist die aber OK - eine kaputte Gaskolbenfeder ist mir jedenfalls noch nicht untergekommen).
  • Alles erst einmal frei verlegt zusammenbauen und prüfen, ob der Widerstand jetzt weg ist.
  • Erst danach den Gaszug endgültig verlegen. Danach kann es vorkommen, dass der Widerstand plötzlich wieder da ist - dann hast Du den Zug entweder irgendwo eingeklemmt oder eine zu enge Biegung bei der Verlegung "gebastelt" - die Ursache dafür kannst Du dann aber finden (wenn Du weißt, dass der locker verlegte Zug gut funktioniert).
Also auch hier wieder: systematisch und Schritt für Schritt vorgehen. Und immer Ruhe bewahren und nicht hudeln! :lol:

Viele Grüße (sieht man sich vielleicht in Pforzen?),
Bernd
SNAFU!
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heinkel-bernd
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Heiko,

wenn Du eine "weichere" Schiebe-Feder einsetzt, nur damit sich Dein Gasdrehgriff leichter dreht, könntest Du
Probleme mit dem vollständigen Schliessen des Gasschiebers bekommen :(
Da hat BernSt vollkommen Recht :wink:
Du musst bedenken, dass die etwas schwächere Feder des Kolbens in der Beschleunigerpumpe von unten
gegen die Düsennadel des Gasschiebers drückt, deshalb muss die Schieberfeder auch kräftig genug sein,
um den Gasschieber auch zuverlässig zu schliessen :idea:
BerndSt hat geschrieben: 11.05.2019, 01:34 Also auch hier wieder: systematisch und Schritt für Schritt vorgehen. Und immer Ruhe bewahren und nicht hudeln! :lol:
Und auch die anderen Punkte von BerndSt` Liste beherzigen !
Um zu sehen, ob Du eine Original-Feder verbaut hast, habe ich mal gemessen:
Alte Bing-Vergaser: Länge ca. 65 mm, Durchm. 6,1 mm, Drahtdicke 0,7 mm.
Pallas-Vergaser: Länge ca. 50 mm, Durchm. 6,0 mm, Drahtdicke 0,8 mm.

Wenn Du einen Pallas-Vergaser verbaut hast, hast Du vielleicht den Schieberdeckel um 180°verdreht montiert ?
Der Gaszug muss vom Schieber genau senkrecht durch den Deckel laufen !!!
Beim BING hat der Deckel auf der Unterseite eine "Nase", die in die Aussparung des Gehäuses einrasten muss !
Es gibt aber auch Spezialisten, die es schaffen ......................., oder es fehlt aus unerklärlichen Gründen
einfach diese Nase :?

Viel Erfolg und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
HeikoCasjens
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von HeikoCasjens »

Hallo. Die Feder in meinem Pallas Vergaser ist falsch. Meine ist so breit wie der Schieber aber jetzt weiß ich ja die Original Maße der Feder. Muss noch schauen wo ich eine wegbekomme. Vielen Dank dafür!
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heinkel-bernd
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Re: Heinkel 102 A1 springt nicht an

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Heiko,

ich habe ein paar passende Original-Federn, an denen ich auch die Maße abgenommen habe,
eine davon könnte ich Dir schicken :wink:

Alles weitere diesbezüglich per P.N.

Achte auch darauf:
heinkel-bernd hat geschrieben: 11.05.2019, 20:41 Wenn Du einen Pallas-Vergaser verbaut hast, hast Du vielleicht den Schieberdeckel um 180°verdreht montiert ?
Der Gaszug muss vom Schieber genau senkrecht durch den Deckel laufen !!!
auf der Abbildung des Pallas-Vergasers in der 102 A-1 Preisliste erkennst Du auch, warum der
Schieber-Deckel nur in einer bestimmten Stellung montiert werden darf !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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