Luftleitbleche 2. Teil

Motor-Vergaser-Antrieb
KnudHH
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Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von KnudHH »

Hallo,

habe einen Satz Luftleitbleche (Clubware, nicht VA) geschenkt bekommen. Muss ich die Bleche vor dem Einbau noch irgendwie wegen der Hitzeentwicklung behandeln?

Grüße
KnudHH
barmbrun
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von barmbrun »

Nein. Da sie ja vermutlich sauber und öl- /fettfrei sind, kannst Du sie aber, wenn Du willst, innen und außen zur Verbesserung der Wärmeabführung vorher noch leicht schwarz einsprühen (nicht fett lackieren). Gruß
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heinkel-bernd
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus KnudHH,

ich will jetzt nicht schon wieder päpstlicher sein als der Papst :? aber:

Ich habe meine Luftleitbleche mit hitzefestem Lack silber lackiert, da sie ja nicht wie
Wärmetauscher funktionieren sollen (so wirken die schwarzen Flächen) ! Somit heizen sie nicht
unnötig den Motorraum auf ! :shock:
Diese Bleche sollen die heiße Kühlluft bis zum Luftabführungsrohr leiten, wo sie dann nach unten
ausgeblasen werden. Der Fahrtwind übernimmt dann den Rest ! :wink:
Auf keinen Fall die Bleche vorher grundieren, da die Grundierung nicht hitzefest ist und dann
unter dem hitzefesten Lack Blasen bildet !!!
Ich finde deshalb auch die Bleche aus Nirosta nicht schlecht, da dieses Metall eine schlechtere
Wärmeleitung besitzt und durch die metallisch, blanke (silbrige) Fläche die Wärme nicht so sehr
in den Motrraum leitet.

@ Barmbrun und sonstige Spezialisten:
Sagt mir bitte, wenn ich mit meinen Überlegungen falsch liege, sowie ich es auch bei Euch handhabe.
Ich lasse mich auch gerne verbessern und freue mich, wenn ich auch immer wieder dazulernen darf ! :D
Siehe schwarze Flächen:
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... 945#p11092
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... 945#p11151
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
Stephan
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von Stephan »

Hallo zusammen,

ich habe mir angewöhnt eigentlich immer Zinkgrundierung zu benutzen. Hat nicht nur bessere Rosteigenschaften sondern ist auch ziemlich hitzefest :D

Grüße
Stephan
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BerndSt
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von BerndSt »

Hallo,

ich habe bei der letzten Revision die Luftleitbleche mit Auspufflack (silber, ohne Grundierung) behandelt und damit gute Erfahrungen gemacht. Sieht ordentlich aus, hält bombenfest und bleibt blasenfrei. Und es ist einigermaßen billig. :wink:

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
barmbrun
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von barmbrun »

Ja, wer hat da wohl Recht? Ist eine interessante Diskussion und dreht sich natürlich um die Kernfrage: warum Wärme abführen und wohin damit?
Ich bin der Meinung, dass es in erster Linie darum geht, die Entstehungswärme vom Motor (Zylinder + Kopf) abzuleiten, um die Betriebssicherheit und Leistung zu erhalten. Dazu dient dann nicht nur der Luftstrom vom Gebläse, sondern auch das Abstrahlen dieser Kühlluft vom Blechgehäuse in den Sitzkasten. Dieser ist aber im Normalfall auch gut belüftet und führt die warme Luft also ab.
Ich gebe aber zu, dass dem die Isolierung des Benzintanks eigentlich entgegen steht. Denn die Luft im Sitzkasten wird natürlich eher wärmer (weswegen der Benzintank im Extremfall eben die Dämmung braucht). Eine silberne anstatt schwarze Oberfläche behält die Wärme durch Reflexion im Gebläsegehäuse und muss deren Abführung mehr oder weniger allein dem Luftstrom überlassen. Die Motoroberflächen werden aber mit Sicherheit eher wärmer als bei schwarzen, selbst abstrahlenden Flächen.
Gruß an euch
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BerndSt
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von BerndSt »

Hallo zusammen,

ich frage mich ja schon, wie akademisch die Diskussion über die Farbe der Lackierung bei unseren "Hochleistungsmotoren" eigentlich ist. Beantworten lässt sich das vermutlich sowieso nur mit einer möglichst exakten und reproduzierbaren Messreihe. Aber wem wird es im Winter wohl so langweilig, dass er für uns diese Frage endgültig klärt? :wink:

Nehmen wir mal an, die Kopftemperatur am "Serienmotor" (also so, wie man Zylinder, Kopf und Luftleitbleche kaufen kann) erreicht bei - sagen wir - 25°C Außentemperatur im normalen Betrieb ca. 150°C. Diesen Wert habe ich schon öfter gelesen und auch schon mal bei mir gemessen - kommt wohl halbwegs hin und sollte unbedenklich sein. Die interessanten und zu klärenden Fragen wäre nun:

- wie warm (sprich: um wie viele Grad kühler) wird ein schwarz lackierter Kopf und Zylinder unter den gleichen Bedingungen?
- sinkt die Temperatur (noch einmal) bei schwarz lackierten Luftleitblechen?
- handelt man sich bei schwarz lackierten Luftleitblechen durch die (angenommene) bessere Wärmeabstrahlung in den Kofferkasten nennenswert höhere Temperaturen im Kofferkasten und damit evtl. (noch) größere Probleme mit siedendem Benzin ein?
- macht das im Normalbetrieb überhaupt einen Unterschied für Lebensdauer und Laufverhalten des Motors (oder ist es dem Motor schnuppe, ob er nun 140°C oder 160°C heiß wird - mehr als 20°C "Differenztemperatur" würde ich von einer schwarzen Lackierung eigentlich nicht erwarten)?
- gewinnt man durch schwarze Lackierung der heiß werdenden Teile evtl. etwas "Reserve", wenn man den Motor an heißen Sommertagen bei langsamer Fahrt an steilen Bergen über längere Zeit mal so richtig schinden muss? (diese Frage wäre für mich als regelmäßigem Alpen- und Passfahrer die interessanteste)
- oder gehört das ganze doch eher in die Abteilung "Schlangenöl" und ist unter dem Strich irrelevant (weil von zu vielen anderen Faktoren abhängig, wie z.B. Außentemperatur, Zustand des Lüfterrads, Verschmutzungsgrad der Kühlrippen, individuelle Fahrweise, Vergaser und Bedüsung, Kerzen-Wärmewert, Ölkohle an Kolben und Zylinderkopf, allgemeinem Wartungs- und Verschleißzustand des Motors, usw. usf.)?

Ich tippe ja auf Letzteres - ist aber reines "Bauchgefühl". :lol:

Interessant fände ich dabei auch die Antwort auf die Frage: ab welcher Temperatur (und ab welcher Betriebszeit unter dieser Temperatur) geht der Motor (bestimmt) über den Jordan? Wenn das jemand wüsste, würde ich mich über die Antwort sehr freuen (ich denke eh schon seit längerem darüber nach, einen "Kopftemperatursensor" an meinen A1 zu bauen, der mich bei Passfahrten vor Überhitzung warnt; aber bei welcher Temperatur beginnt die Überhitzung und wo sollte der "rote Bereich" für einenh solchen Temperatursensor sein?).

Mir persönlich gefallen die silberfarbigen Luftleitbleche übrigens einfach besser als schwarze. Die schwarze Farbe müsste also schon deutliche Temperaturunterschiede bringen, bevor ich die Bleche schwarz färben würde. Aber das ist natürlich - ich gebe es unumwunden zu - eine aus technischer Perspektive absolut unzulässige Einstellung. :mrgreen:

Viele Grüße,
Bernd

P.S.: schwarzer Auspufflack ist auch nicht teurer als siberfarbiger - wer es also lieber schwarz mag, dem empfehle ich schwarzen Auspufflack für die Luftleitbleche.
SNAFU!
barmbrun
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von barmbrun »

Hallo BerndSt,
sicher hast Du zumindest damit Recht, dass man über Geschmack nicht streiten kann (soll). Wer also einen silbernen Kopf oder eine silberne Motorummantelung schöner findet, der soll den auf jeden Fall so gestalten. Denn - auch damit hast Du Recht - die tatsächlichen Auswirkungen wurden bisher wohl noch nicht hieb- und stichfest belegt.
Aber jedenfalls werden seit Alterszeiten Öfen aller Art fast nur matt-grau oder schwarz lackiert, einfach weil sie so mehr Wärme in die Räume bringen (abstrahlen). Warum sollte das Prinzip bei Motorabstrahlung anders sein? Ob das der Temperatur und dem Befinden anderer Bauteile im Sitzkasten förderlich ist, muss jeder selbst entscheiden. Ich gehe mal davon aus, dass dort die Fremdbe- und Entlüftung ausreicht. Gruß an alle
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heinkel-bernd
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus barmbrun,

ein schöner Schlußsatz ! :D
barmbrun hat geschrieben: Ob das der Temperatur und dem Befinden anderer Bauteile im Sitzkasten förderlich ist, muss jeder selbst entscheiden.
Ich denke, den sollten wir so stehen lassen ! :wink:

Frohes Heinkelschrauben und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Bernd Hünten
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Re: Luftleitbleche 2. Teil

Beitrag von Bernd Hünten »

:lol: Ich plädiere bei der Farbe für ROT! ROT? :?: Warum? Weil man dann das Glühen der Bleche nicht sieht!! :lol:

Die Bleche meines 61 ers hatten werksseitig einen leicht grünen Farbton, die des 64 ers waren eher heller. Ich glaube nicht, dass sich Heinkel da um die Farbe große Gedanken gemacht hat. Wenn ein Heinkelmotor richtig eingestellt ist, machen ihm Dauerbelastungen nichts aus!
1. Beispiel: 1965 Vollgasfahrt von Hannover nach Toblach/Südtirol ca. 980 km. Auf den Autobahnen Madenschraube des Gasgriffs fest gezogen. Sommertag. In München lief wegen der Hitze und der langsamen Fahrt der Roller nicht mehr im Leerlaufbereich (Benzin im Tank zu heiß). Fahrzeit 6.00 Uhr bis kurz nach 21.00 Uhr. Es gab noch keine Rhön- und keine Brennerautobahn.
2. Beispiel : 1966 Fahrt mit 2 Personen und Gepäck aus der Nähe von Granada nach Hannover. Herbst. Abfahrt Freitag 7.00 Uhr Ankunft Sonntag 17.00 Uhr. Wenn möglich Vollgas; Ölwechsel in Frankreich; 2 Std. auf einer Wiese geschlafen. Wir waren müde und der Roller nicht.
3. Beispiel: mehrfache Dauervollgasfahrten Hannover - Erlangen bzw. Hannover - Lübeck bei allen Jahreszeiten

:!: Für mich ist es wichtig, dass der Motor dicht und sauber ist! :!: Eine Öl/Dreckkruste auf den Kühlrippen, unter dem Motor und zwischen Hinterrad und Motorgehäuse ist viel schlimmer.
Wenn man auf Treffen herumkommt sieht man auch solche Spielereien:
- extra Rohr zur Belüftung des Vergasers :D :roll:
- Seitenklappe auf und auf ihr wilde Belüftungskonstruktionen :D :roll:
- elektrischer Zusatzlüfter über dem Zylinderkopfdeckel an der Sitzbank und Kanäle nach hinten :D :roll:

Ich glaube, wir müssen uns über die thermische Belastbarkeit keine Gedanken machen. Heute fahre ich den Roller allerdings schonender.
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
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