6 Jahre Standzeit

Motor-Vergaser-Antrieb
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cebewik

6 Jahre Standzeit

Beitrag von cebewik »

Hallo, Heinkler!

Nach nunmehr 6 Jahren Pause - wegen Hausbau, Beruf usw. - möchte ich meinen Roller 103 A 1 wieder fahrfertig machen. Das Problem für mich ist, dass ich unsicher bin, was alles zu tun ist ...

Nachdem ich bis zur Stillegung gefahren bin, ohne Probleme gehabt zu haben, habe ich den Roller vor 6 Jahren in einem gut belüfteten tockenen Schuppen abgestellt und abgedeckt, keine Maßnahmen unternommen, wie sie z.B. im Handbuch beschrieben sind ...

Was ich jetzt machen möchte: Waschen, abschmieren /alles gangbar machen, Ölwechsel, auch Gabel und Schwinge, alles nachsehen, was nachzusehen ist, wahrscheinlich neue Batterien, Zündungseinstellung, Ventilspiel, Vergaser ggf. reinigen, Benzinfilter neu, und dann einfach mal sehen, ob der Gute wieder anspringt ... Um dann zum TÜV zu fahren und den Roller umzumelden ...

Was sollte ich /muss ich unbedingt noch beachten? Kann z.B. der Zylinder innen korridiert sein? Habe ich vor Jahren bei meiner BMW R 25 /3 erlebt, darauf hin Kolbenabriss ... Bitte um Eure Ratschläge /Expertentips!

Vielen Dank, Christoph
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BerndSt
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Re: 6 Jahre Standzeit

Beitrag von BerndSt »

Hallo Christoph,

zur Frage nach einem verrosteten Zylinder kann ich Dir leider keinen Rat geben (mangels eigener Erfahrung). Aber dazu meldet sich bestimmt noch jemand im Forum.

Was ich an Deiner Stelle noch tun würde:
  • in den Tank schauen (Taschenlampe) und prüfen, ob dort Korrossion aufgetreten ist. Ggf. reinigen und versiegeln; den alten Sprit natürlich vollständig entsorgen
  • Alle Masseverbindungen und die Anschlüsse am Regler auf Korrossion prüfen
  • Falls Du jemanden kennst, der Dir ein Endoskop leihen kann, wäre das natürlich prima, um den Zustand des Zylinders (durch das Kerzenloch) zu prüfen. Vielleicht kannst Du ja mal bei der Autowerkstatt Deines Vertrauens oder bei einem anderen Oldtimer-Fan nachfragen? In jedem Fall eine Sichtprüfung durch das Kerzenloch vornehmen (ich fürchte, mit bloßem Auge wirst Du da aber nur wenig erkennen können) :(
  • Evtl. einen neuen Benzinschlauch anbringen (zumindest eine Sichtprüfung vornehmen) - die Teile können spröde werden
  • Gummi-Motorlager auf Versprödung prüfen
  • Kupplung prüfen - die kann festgehen
  • Dichtheit an der Kupplungsschnecke prüfen
  • Fett in Tachoantrieb und Schaltgriff wechseln
  • Falls Du in der vorderen Radnabe offene Lager hast, vielleicht auch die Fettfüllung (zwischen den beiden Lagern, rund um die Distanzhülse) in der Nabe wechseln
  • Neue Reifen würde ich aufziehen, sofern sie vor der Stilllegung nicht nagelneu waren (prüfe mal die DOT-Nummer, daran kannst Du das Produktionsjahr erkennen). Aber auch dann ist ein "Standplatten" nicht unwahrscheinlich...
  • Und natürlich die ersten Kilometer extrem vorsichtig mit den Bremsen sein; die Bremstrommeln sind mit Sicherheit innen angerostet. Falls Du die vordere Nabe zum Wechseln des Fetts öffnest, siehst Du ja, in welchem Zustand die Trommel ist
  • Bei dieser Gelegenheit würde ich dann auch gleich die Bremsbeläge prüfen (geklebte Beläge, die alt geworden sind können sich vom Bremsträger lösen - habe ich selbst schon erlebt). Ein paar vorsichtige und leichte Schläge mit einem kleinen Hammer seitlich an den Belag zeigen Dir, ob die Verklebung bereits locker ist
Ich würde den Motor auch erst einmal etwas "leer drehen" lassen - erst mit der Hand, dann mit dem Dynastarter (ohne Zündkerze, vorher würde ich etwas Öl durch das Kerzenloch in den Zylinder geben). Dabei die Zündkerze aber an Masse legen, sonst besteht die Gefahr, dass Du die Zündspuie (oder Lima? kann ich gerade nicht sagen) beschädigst. Und falls der Motor anspringt, würde ich eine Einfahrphase durchführen (Vorgaben dazu findest Du im Handbuch). So ca. 300 bis 500km sollten locker genügen. Einfahrphase deshalb, weil ich ziemlich sicher bin, dass der Motor schnell wieder anspringt. 6 Jahre Standzeit kann der Tourist locker ab. :D

Viel Erfolg und viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
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hajueeich
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Re: 6 Jahre Standzeit

Beitrag von hajueeich »

Hi!

Hier mal meine Erfahrungen . . .
ich habe meinen 103A2 vor 12 Jahren abgestellt und dann nie wieder bewegt.
Zur Rostbildung im Motor soviel:
Kein Rost, nirgendwo, auch nicht auf der Lauffläche. Ich habe das Aggregat komplett zerlegt, um es gründlich zu überholen (was auch nötig war, denn deshalb habe ich ihn vor 12 Jahren mal abgestellt)

Aber bauernschlau wie ich war, habe ich den Tank randvoll gefüllt, in der Hoffnung, dass er dann ja nicht rosten kann - super! Das Ding war innen völlig zerfressen, fast Schrott. Heute ist mir bekannt, dass die Alkoholanteile im Benzin Wasser aus der Luftfeuchtigkeit ziehen und das genaue Gegenteil bewirken.

Schau´ also mal in Deinen Tank und erschreck´ dabei nicht :?

Aber ich habe meinen Tank wieder saniert, Tipps findest Du hier bestimmt, sonst erzähle ich es mal.

Eine penibelste Reinigung des Vergasers ist dringend zu empfehlen, meine Düsen waren dicht (verharzt) und die Pumpe sass fest - eine Nacht in Benzin eingelegt, dann mit Presluft ausgeblasen, das hat wahre Wunder bewirkt :wink:

Es grüßt der WestSachse
Wenn ich zulange, paßt es immer. Irgendwie.
Mitglied: 0988 - Roller: 103A2
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