Initiative Brockhaus
Verfasst: 02.11.2012, 07:36
Hallo Heinkler,
habe eigentlich für die Club-Zeitschrift eine kleine Kolumne verfasst. Hab sie hingeschickt aber keine Antwort bekommen. Da ich sie nun schon mal geschrieben habe, möchte ich sie auf diesem Wege dem geneigeten Leser zukommen lassen. Also viel Spaß:
Initiative Brockhaus
1983 nahm das renomierte medizinische Wörterbuch Pschyrembel die Steinlaus als fingierten Lexikonartikel (Nihilartikel) ins Nachschlagewerk auf.
Ich bin der Meinung die Steinlaus darf nicht wirklich alleine bleiben. Es ist eine wunderbare Sache, wenn sich die Wissenschaft auch mit Themen beschäftigt, die sie eigentlich nur peripher tangieren. Im Großen Brockhaus meines Schwiegervaters, den er trotz Internet noch besitzt und für den eigens ein Aufbewahrungsmöbel größeren Ausmaßes existiert, habe ich nach folgenden Begriffen vergeblich gesucht. Ich fordere den Heinkel Club und alle Mitglieder dazu auf mich bei meiner Initiative zu unterstützen. Sorgen wir dafür, dass die folgenden Begriffe in den Großen Brockhaus aufgenommen werden.
Heinkeln: Verb, „Lass uns heinkeln!“ Tätigkeit die das glückliche Bewegen des besten motorisierten Zweirades der Welt beschreibt. Heinkeln verbindet die Tätigkeit des Motoradfahrens mit dem unbeschreiblichen Glücksgefühl der Lenker eines wunderschönen, hoch zuverlässigen und doch sehr seltenen Fahrzeuges zu sein. Heinkeln beschert seinem Lenker die bewundernden und aufmerksamen Blicke seiner Umgebung. Begriffe wie suzukien, yamahen oder auch peugotien haben, im Gegensatz zum heinkeln, schon wegen ihrer phonetischen Kompliziertheit keinen Eingang in die Umgangssprache gefunden.
Der Heinkler: Subjekt, Im wahrsten Sinne des Wortes ist der Heinkler ein Subjekt. Ein Mensch mittleren Alters, der oft in größeren Gruppen auftritt. Diese Gruppen werden als Regional Clubs bezeichnet. Als Heinkler tritt der Heinkler nur unter zwei Bedingungen oder Begebenheiten in Erscheinung.
Erstens und vornehmlich dann, wenn er auf seinem Zweirad sitzt und durch die Gegend heinkelt. Bei dieser Gelegenheit ist er zwar als Heinkler identifizierbar, aber aufgrund der gesetzlich erzwungenen Vermummung nicht wirklich erkennbar.
Zweitens, bei Treffen die als: Heinkel-Treffen, Lagertag, Schraubertag, Heinkeltouristik und ähnlich bezeichnet werden. Man erkennt die Heinkler auf diesen Treffen natürlich an ihren Rollern oder Perlen aber auch an ihren T-Shirts, Käppis, sonstigen Devotionalien die sie in Verbindung mit ihrem Fahrzeug bringen oder eben, am glücklichen Gesichtsausdruck, der sie deutlich von anderen Zweiradbesitzern abhebt.
Der Heinkler ist, im Gegensatz zum Suzuki, der eher gedrungen und klein erscheint, kognitiv und motorisch in der Lage in kompliziertesten verkehrstechnischen Situationen durch den optimalen Einsatz von Gas, Bremsen, Kupplung und Schaltung an seinem Zweirad, die für alle Beteiligten beste Lösung der Situation herbeizuführen. Versuchen sie so etwas mal mit dem eben beschriebenen Suzuki auf einem Heinkel Fahrzeug. Der Fahrer wäre hoffnungslos überfordert.
Neben der eben angeführten Bewunderung seiner Umgebung führt dies bei Heinklern zu einer deutlichen Stärkung des Selbstwertgefühls. Dabei kann es dann schon mal zu etwas überzogenen Äußerungen kommen. Aussprüche wie „Unser AAner fährt kann Japaner“ sind in einschlägigen Foren durchaus zu finden. Sehen wir es den Heinklern nach, deren vornehmliche Interesse es ist ihre Fahrzeuge, die sie selbst gern als Legende bezeichnen, am laufen zu halten.
Bakterius Heinkelus: Bakterium, bisher nicht explizit erforscht. Im Gegensatz zur oben erwähnten Steinlaus, für die es im Wörterbuch Pschyrembel auch mikroskopische Fotografien gibt, ist das Bakterius Heinkelus den Wissenschaftlern bis heut verborgen geblieben. Trotz dieses Defizits ist die Wirkungsweise des Befalls mit diesem Bakterium in umfangreichen Feldtests nachgewiesen worden. Die Infektion mit diesem Bakterium, die meistens mit dem Erstkontakt mit einem Heinkel Fahrzeug einhergeht, führt zu einem unmerklichen aber doch rapiden Übergang vom Normalmenschen zum Heinkler. Der allgemeine Zustand und die jeweilige Lebenssituation scheinen sich bei Menschen, die befallen sind, kontinuierlich zu verbessern. Der Mensch fühlt sich insgesamt wohl, wenn er auch von einem scheinbar unbändigen Drang zur Pflege seines Fahrzeuges geplagt zu werden scheint. Dennoch hebt die Infektion deutlich die Stimmung und wirkt extrem verjüngend. Jedenfalls sind mir nur sehr wenige Heinkler begegnet, deren äußeres Erscheinungsbild in Korrespondenz zu ihrem biologischen Alter steht. Sie wirken schwungvoller jünger und scheinen eine nahezu infantile Freude an der Verschönerung ihrer Fahrzeuge zu haben. Ganz im Ernst, man sollte darüber nachdenken ob nicht eine provozierte Infektion bei einigen Arten von Depression oder Lustlosigkeit als Therapie in Betracht zu ziehen wäre.
Doch eins nach dem Anderen. Sorgen wir erst einmal dafür, das Heinkler, heinkeln und die vermeintliche Krankheit Einzug in den Brockhaus finden.
Mit einem Lächeln auf der Seele und einem Grinsen im Gesicht
Markus Alias HeinkelMe #7665
habe eigentlich für die Club-Zeitschrift eine kleine Kolumne verfasst. Hab sie hingeschickt aber keine Antwort bekommen. Da ich sie nun schon mal geschrieben habe, möchte ich sie auf diesem Wege dem geneigeten Leser zukommen lassen. Also viel Spaß:
Initiative Brockhaus
1983 nahm das renomierte medizinische Wörterbuch Pschyrembel die Steinlaus als fingierten Lexikonartikel (Nihilartikel) ins Nachschlagewerk auf.
Ich bin der Meinung die Steinlaus darf nicht wirklich alleine bleiben. Es ist eine wunderbare Sache, wenn sich die Wissenschaft auch mit Themen beschäftigt, die sie eigentlich nur peripher tangieren. Im Großen Brockhaus meines Schwiegervaters, den er trotz Internet noch besitzt und für den eigens ein Aufbewahrungsmöbel größeren Ausmaßes existiert, habe ich nach folgenden Begriffen vergeblich gesucht. Ich fordere den Heinkel Club und alle Mitglieder dazu auf mich bei meiner Initiative zu unterstützen. Sorgen wir dafür, dass die folgenden Begriffe in den Großen Brockhaus aufgenommen werden.
Heinkeln: Verb, „Lass uns heinkeln!“ Tätigkeit die das glückliche Bewegen des besten motorisierten Zweirades der Welt beschreibt. Heinkeln verbindet die Tätigkeit des Motoradfahrens mit dem unbeschreiblichen Glücksgefühl der Lenker eines wunderschönen, hoch zuverlässigen und doch sehr seltenen Fahrzeuges zu sein. Heinkeln beschert seinem Lenker die bewundernden und aufmerksamen Blicke seiner Umgebung. Begriffe wie suzukien, yamahen oder auch peugotien haben, im Gegensatz zum heinkeln, schon wegen ihrer phonetischen Kompliziertheit keinen Eingang in die Umgangssprache gefunden.
Der Heinkler: Subjekt, Im wahrsten Sinne des Wortes ist der Heinkler ein Subjekt. Ein Mensch mittleren Alters, der oft in größeren Gruppen auftritt. Diese Gruppen werden als Regional Clubs bezeichnet. Als Heinkler tritt der Heinkler nur unter zwei Bedingungen oder Begebenheiten in Erscheinung.
Erstens und vornehmlich dann, wenn er auf seinem Zweirad sitzt und durch die Gegend heinkelt. Bei dieser Gelegenheit ist er zwar als Heinkler identifizierbar, aber aufgrund der gesetzlich erzwungenen Vermummung nicht wirklich erkennbar.
Zweitens, bei Treffen die als: Heinkel-Treffen, Lagertag, Schraubertag, Heinkeltouristik und ähnlich bezeichnet werden. Man erkennt die Heinkler auf diesen Treffen natürlich an ihren Rollern oder Perlen aber auch an ihren T-Shirts, Käppis, sonstigen Devotionalien die sie in Verbindung mit ihrem Fahrzeug bringen oder eben, am glücklichen Gesichtsausdruck, der sie deutlich von anderen Zweiradbesitzern abhebt.
Der Heinkler ist, im Gegensatz zum Suzuki, der eher gedrungen und klein erscheint, kognitiv und motorisch in der Lage in kompliziertesten verkehrstechnischen Situationen durch den optimalen Einsatz von Gas, Bremsen, Kupplung und Schaltung an seinem Zweirad, die für alle Beteiligten beste Lösung der Situation herbeizuführen. Versuchen sie so etwas mal mit dem eben beschriebenen Suzuki auf einem Heinkel Fahrzeug. Der Fahrer wäre hoffnungslos überfordert.
Neben der eben angeführten Bewunderung seiner Umgebung führt dies bei Heinklern zu einer deutlichen Stärkung des Selbstwertgefühls. Dabei kann es dann schon mal zu etwas überzogenen Äußerungen kommen. Aussprüche wie „Unser AAner fährt kann Japaner“ sind in einschlägigen Foren durchaus zu finden. Sehen wir es den Heinklern nach, deren vornehmliche Interesse es ist ihre Fahrzeuge, die sie selbst gern als Legende bezeichnen, am laufen zu halten.
Bakterius Heinkelus: Bakterium, bisher nicht explizit erforscht. Im Gegensatz zur oben erwähnten Steinlaus, für die es im Wörterbuch Pschyrembel auch mikroskopische Fotografien gibt, ist das Bakterius Heinkelus den Wissenschaftlern bis heut verborgen geblieben. Trotz dieses Defizits ist die Wirkungsweise des Befalls mit diesem Bakterium in umfangreichen Feldtests nachgewiesen worden. Die Infektion mit diesem Bakterium, die meistens mit dem Erstkontakt mit einem Heinkel Fahrzeug einhergeht, führt zu einem unmerklichen aber doch rapiden Übergang vom Normalmenschen zum Heinkler. Der allgemeine Zustand und die jeweilige Lebenssituation scheinen sich bei Menschen, die befallen sind, kontinuierlich zu verbessern. Der Mensch fühlt sich insgesamt wohl, wenn er auch von einem scheinbar unbändigen Drang zur Pflege seines Fahrzeuges geplagt zu werden scheint. Dennoch hebt die Infektion deutlich die Stimmung und wirkt extrem verjüngend. Jedenfalls sind mir nur sehr wenige Heinkler begegnet, deren äußeres Erscheinungsbild in Korrespondenz zu ihrem biologischen Alter steht. Sie wirken schwungvoller jünger und scheinen eine nahezu infantile Freude an der Verschönerung ihrer Fahrzeuge zu haben. Ganz im Ernst, man sollte darüber nachdenken ob nicht eine provozierte Infektion bei einigen Arten von Depression oder Lustlosigkeit als Therapie in Betracht zu ziehen wäre.
Doch eins nach dem Anderen. Sorgen wir erst einmal dafür, das Heinkler, heinkeln und die vermeintliche Krankheit Einzug in den Brockhaus finden.
Mit einem Lächeln auf der Seele und einem Grinsen im Gesicht
Markus Alias HeinkelMe #7665