Vollgasruckeln
Vollgasruckeln
Hallo liebe Heinkelfreunde,
erstmal, ich bin neu im Club und stolzer Besitzer eines 103A1.
Nach erster grober Inspektion und vor dem Start einer notwendigen Restauration möchte ich das Fahrzeug bis zum Winter fahren und dann loslegen.
ich habe nun schon einmal den Vergaser nebst Bowdenzug gewechselt. Zum Einsatz kam die Alternative aus dem Clubangebot. Eingebaut und lief sofort rund mit stabilem Leerlauf.
Bei anschließender Probefahrt merkte ich, das der Roller bei ca. 80kmh, zum ruckeln anfing, es fühlt sich an, als ob das Fahrzeug keinen Sprit mehr bekommt, habe dann die Kunstoffhaube des Luftfilters abgemacht (Luftdurchsatz empfand ich als nicht ausreichend), Fahrzeug lief etwas besser, Ruckeln war aber wieder da. Bei ca 60kmh ist alles OK. Roller springt auch sofort an und leerlauf ist stabil.
Bin ratlos. Auf Anfrage beim Club, ob evtl. die Bedüsung geändert werden müsste, kam ein klares Nein.
Wer kann mir helfen?
Habe vorsorglich einen neuen Tankdeckel und Benzinhahn bestellt, meine Vermutung geht in Richtung Spritzufuhr.
Danke für eure Unterstützung
Andreas aus Astheim
erstmal, ich bin neu im Club und stolzer Besitzer eines 103A1.
Nach erster grober Inspektion und vor dem Start einer notwendigen Restauration möchte ich das Fahrzeug bis zum Winter fahren und dann loslegen.
ich habe nun schon einmal den Vergaser nebst Bowdenzug gewechselt. Zum Einsatz kam die Alternative aus dem Clubangebot. Eingebaut und lief sofort rund mit stabilem Leerlauf.
Bei anschließender Probefahrt merkte ich, das der Roller bei ca. 80kmh, zum ruckeln anfing, es fühlt sich an, als ob das Fahrzeug keinen Sprit mehr bekommt, habe dann die Kunstoffhaube des Luftfilters abgemacht (Luftdurchsatz empfand ich als nicht ausreichend), Fahrzeug lief etwas besser, Ruckeln war aber wieder da. Bei ca 60kmh ist alles OK. Roller springt auch sofort an und leerlauf ist stabil.
Bin ratlos. Auf Anfrage beim Club, ob evtl. die Bedüsung geändert werden müsste, kam ein klares Nein.
Wer kann mir helfen?
Habe vorsorglich einen neuen Tankdeckel und Benzinhahn bestellt, meine Vermutung geht in Richtung Spritzufuhr.
Danke für eure Unterstützung
Andreas aus Astheim
- heinkel-bernd
- Beiträge: 3401
- Registriert: 13.01.2011, 21:07
- Wohnort: Nähe Bayreuth
Re: Vollgasruckeln
Servus Andreas,
auch erstmal, ein herzliches Willkommen hier im Heinkel-Forum !
Es stimmt, dass der Hersteller dieses Vergasers (BING) eine bestimmte Größe der Hauptdüse vorgibt, die auch
bereits montiert ist ! Somit ist er bei einem Motorschaden aus der Haftung !
Jeder Vergaser sollte aber individuell auf den jeweiligen Motor bestückt und eingestellt werden !
Keinesfalls kann sich eine grössere Hauptdüse schädlich für den Motor auswirken !
Beim verkleinern der Hauptdüse sollte man aber Vorsicht walten lassen, um den Motor nicht zu überhitzen !
Ich denke, Du weisst, wie man den Vergaser im Volllastbereich einstellt !
Wenn Du in der Suchfunktion oben rechts den Begriff "Hauptdüse" eingibst, erscheinen sehr viele Beiträge,
in denen dieses Thema schon behandelt wurde !
Auch unter "Neuer Clubvergaser" findest Du etwas.
Ich wünsche Dir noch viel Spass mit Deinem Terroristen, allzeit unfall- und pannenfreie Fahrt
und
auch erstmal, ein herzliches Willkommen hier im Heinkel-Forum !
Das "NEIN" vom Club-Lager kann ich so nicht stehen lassen !@Astheim hat geschrieben: Auf Anfrage beim Club, ob evtl. die Bedüsung geändert werden müsste, kam ein klares Nein.
Es stimmt, dass der Hersteller dieses Vergasers (BING) eine bestimmte Größe der Hauptdüse vorgibt, die auch
bereits montiert ist ! Somit ist er bei einem Motorschaden aus der Haftung !
Jeder Vergaser sollte aber individuell auf den jeweiligen Motor bestückt und eingestellt werden !
Keinesfalls kann sich eine grössere Hauptdüse schädlich für den Motor auswirken !
Beim verkleinern der Hauptdüse sollte man aber Vorsicht walten lassen, um den Motor nicht zu überhitzen !
Ich denke, Du weisst, wie man den Vergaser im Volllastbereich einstellt !
Wenn Du in der Suchfunktion oben rechts den Begriff "Hauptdüse" eingibst, erscheinen sehr viele Beiträge,
in denen dieses Thema schon behandelt wurde !
Auch unter "Neuer Clubvergaser" findest Du etwas.
Ich wünsche Dir noch viel Spass mit Deinem Terroristen, allzeit unfall- und pannenfreie Fahrt
und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
BERND aus Bayreuth
- Olinger123
- Beiträge: 194
- Registriert: 18.12.2005, 09:11
- Wohnort: Herten
Re: Vollgasruckeln
Hallo!
Auch ich kannte dieses Ruckeln und konnte es mit einer anderen Bedüsung des Vergaser beseitigen. Wie schaut denn die Zündkerze nach einer Vollgasfahrt aus?
Schaue auch einmal diesen Artikel an.
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... f=1&t=1806
Auch ich kannte dieses Ruckeln und konnte es mit einer anderen Bedüsung des Vergaser beseitigen. Wie schaut denn die Zündkerze nach einer Vollgasfahrt aus?
Schaue auch einmal diesen Artikel an.
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... f=1&t=1806
Grüße aus dem Ruhrgebiet
Olaf
Olaf
Re: Vollgasruckeln
Danke für eure Hinweise, das Vollgasruckeln tritt erst nach ca 2 km Fahrt unter Vollast auf. Kann das die Hauptdüse sein?
Das Problem wäre doch dann sofort da.
Tankdeckelentlüftung?
Das Problem wäre doch dann sofort da.
Tankdeckelentlüftung?
- heinkel-bernd
- Beiträge: 3401
- Registriert: 13.01.2011, 21:07
- Wohnort: Nähe Bayreuth
Re: Vollgasruckeln
Servus Andreas,
Wie Du sicher weißt, brauch der Motor im kalten Zustand und in der Warmlauf-Phase ein etwas "überfettetes"
Gemisch, da ein Teil des Benzinanteils mehr oder weniger an den kühlen Wänden des Brennraums kondensiert
und somit dem gasförmigen Benzin-Luft-Gemisch zur optimalen Zündfähigkeit fehlt !
(Funktion eines Chokes oder der Startautomatik, welche erst nach ein paar Minuten die Anreicherung beenden !)
In Deinem Fall nehme ich an, dass das Benzin-Luft-Gemisch für den Start und die Warmlauf-Phase optimal
(durch zu große Hauptdüse etwas fetter) ist, bei Betriebstemperatur durch den höheren Benzinanteil aber nicht
mehr optimal zündet !
Im Idealfall, läuft der Heinkelmotor in der Warmlauf-Phase etwas zu mager und nicht optimal, da der Vergaser bei betriebswarmen Motor abgestimmt wird !
Die Überprüfung der Hauptdüse geschieht folgendermaßen:
Motor richtig warmfahren, dann eine Strecke aussuchen auf der man den Motor 3 bis 4 km mit Vollgas belasten
kann (keine Gefälle-Strecke um den Motor nicht zu überdrehen !), am besten leicht bergauf !
Vorher schon mal auskundschaften, wo man am Ende der Vollgasafhrt das Fahrzeug herunterbremsen, ausrollen
und mit etwas Platz anhalten kann.
Jetzt diese Strecke permanent mit Vollgas fahren,kurz vor der Haltemöglichkeit den Zündschlüssel ziehen
(Zündung aus !), gleichzeitig die Kupplung betätigen, das Fahrzeug nur mit den beiden Bremsen an der "Haltestelle"
zum stehen bringen und abstellen.
Kurz vor Stillstand des Fahrzeuges das Getriebe vorsichtig auf Leerlauf stellen.
Heisse
Zündkerze herausschrauben und das "Kerzenbild" begutachten.
Schwarz bis dunkelbraun = Gemisch zu fett > Hauptdüse zu groß
"Rehbraun" = Gemisch optimal > Hauptdüse o.k.
Grau bis Silbrig-weiß = Gemisch zu mager > Hauptdüse zu klein > Gefahr der Motorüberhitzung !
Achtung: In den heißen Zylinderkopf die Zündkerze nicht zu fest eindrehen, lieber nach dem Abkühlen
nochmals kontrollieren !
Die Spritzufuhr durch den Benzinhahn und dessen Sieb kannst Du leicht kontrollieren, indem Du den Benzinschlauch
vom Vergaser abziehst, das offene Ende im ein sauberes Gefäß hältst, den Benzinhahn öffnest und ein paar Minuten
guckst, ob das Benzin längere Zeit gleichmässig heraus läuft !
Habe mal den Benzinverbrauch bei Vollgas mit 5 l / Stunde veranschlagt.
Es müssten demnach in einer Minute mindestens 83 ml (5000 ml : 60 min) auslaufen !
Eben gerade das ist m.E. ein Zeichen für eine zu große Hauptdüse !@Astheim hat geschrieben:das Vollgasruckeln tritt erst nach ca 2 km Fahrt unter Vollast auf. Kann das die Hauptdüse sein?
Wie Du sicher weißt, brauch der Motor im kalten Zustand und in der Warmlauf-Phase ein etwas "überfettetes"
Gemisch, da ein Teil des Benzinanteils mehr oder weniger an den kühlen Wänden des Brennraums kondensiert
und somit dem gasförmigen Benzin-Luft-Gemisch zur optimalen Zündfähigkeit fehlt !
(Funktion eines Chokes oder der Startautomatik, welche erst nach ein paar Minuten die Anreicherung beenden !)
In Deinem Fall nehme ich an, dass das Benzin-Luft-Gemisch für den Start und die Warmlauf-Phase optimal
(durch zu große Hauptdüse etwas fetter) ist, bei Betriebstemperatur durch den höheren Benzinanteil aber nicht
mehr optimal zündet !
Im Idealfall, läuft der Heinkelmotor in der Warmlauf-Phase etwas zu mager und nicht optimal, da der Vergaser bei betriebswarmen Motor abgestimmt wird !
Die Überprüfung der Hauptdüse geschieht folgendermaßen:
Motor richtig warmfahren, dann eine Strecke aussuchen auf der man den Motor 3 bis 4 km mit Vollgas belasten
kann (keine Gefälle-Strecke um den Motor nicht zu überdrehen !), am besten leicht bergauf !
Vorher schon mal auskundschaften, wo man am Ende der Vollgasafhrt das Fahrzeug herunterbremsen, ausrollen
und mit etwas Platz anhalten kann.
Jetzt diese Strecke permanent mit Vollgas fahren,kurz vor der Haltemöglichkeit den Zündschlüssel ziehen
(Zündung aus !), gleichzeitig die Kupplung betätigen, das Fahrzeug nur mit den beiden Bremsen an der "Haltestelle"
zum stehen bringen und abstellen.
Kurz vor Stillstand des Fahrzeuges das Getriebe vorsichtig auf Leerlauf stellen.
Schwarz bis dunkelbraun = Gemisch zu fett > Hauptdüse zu groß
"Rehbraun" = Gemisch optimal > Hauptdüse o.k.
Grau bis Silbrig-weiß = Gemisch zu mager > Hauptdüse zu klein > Gefahr der Motorüberhitzung !
Achtung: In den heißen Zylinderkopf die Zündkerze nicht zu fest eindrehen, lieber nach dem Abkühlen
nochmals kontrollieren !
Die Spritzufuhr durch den Benzinhahn und dessen Sieb kannst Du leicht kontrollieren, indem Du den Benzinschlauch
vom Vergaser abziehst, das offene Ende im ein sauberes Gefäß hältst, den Benzinhahn öffnest und ein paar Minuten
guckst, ob das Benzin längere Zeit gleichmässig heraus läuft !
Habe mal den Benzinverbrauch bei Vollgas mit 5 l / Stunde veranschlagt.
Es müssten demnach in einer Minute mindestens 83 ml (5000 ml : 60 min) auslaufen !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
BERND aus Bayreuth
Re: Vollgasruckeln
Danke Bernd,
Vollgasprüfung mit Kerzenbild habe ich heute morgen gemacht.
Resultat: Braun bis dunkelgrau.
Schätze daran liegt es wohl nicht.
Warte jetzt auf den Briefträger und wechsle dann den Benzinhahn und den Tankdeckel (obwohl kein Unterdruck im Tank war).
Werde berichten
Gruß
Andreas
Vollgasprüfung mit Kerzenbild habe ich heute morgen gemacht.
Resultat: Braun bis dunkelgrau.
Schätze daran liegt es wohl nicht.
Warte jetzt auf den Briefträger und wechsle dann den Benzinhahn und den Tankdeckel (obwohl kein Unterdruck im Tank war).
Werde berichten
Gruß
Andreas
- Bernd Hünten
- Beiträge: 495
- Registriert: 19.01.2006, 20:02
- Wohnort: 28844 Weyhe
Re: Vollgasruckeln
Hallo Andreas,
überprüfe mal den Wärmewert der Zündkerze! Ich hatte den Fall, dass der Motor nach kurzer Vollgaszeit an zu ruckeln anfing und erst bei wenig Gas wieder vernünftig lief. Das konnte ich reproduzieren. Jetzt fahre ich eine Champion L 82 c, die hat auch die Alpentour klaglos überstanden. bei NGK fahre ich den Wärmewert 6.
Viel Erfolg!
Bernd
überprüfe mal den Wärmewert der Zündkerze! Ich hatte den Fall, dass der Motor nach kurzer Vollgaszeit an zu ruckeln anfing und erst bei wenig Gas wieder vernünftig lief. Das konnte ich reproduzieren. Jetzt fahre ich eine Champion L 82 c, die hat auch die Alpentour klaglos überstanden. bei NGK fahre ich den Wärmewert 6.
Viel Erfolg!
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
Re: Vollgasruckeln
Hallo,
Kerzentyp ist NGK 6, sollte also passen.
Benzinhahn und Tankdeckel getauscht, Problem ist immer noch da.
Am WE geht es an die Hauptdüse.
Frust!!!!
Gruß vom Astheimer
Kerzentyp ist NGK 6, sollte also passen.
Benzinhahn und Tankdeckel getauscht, Problem ist immer noch da.
Am WE geht es an die Hauptdüse.
Frust!!!!
Gruß vom Astheimer
-
Heinkelcruiser
- Beiträge: 102
- Registriert: 28.11.2014, 07:59
Re: Vollgasruckeln
Moin Moin,
laut Bedienungsanleitung soll der Heinkel eine 225er (ehemals Bosch Wärmewert) haben.
Das entspricht heute der NGK 7.
http://www.zvfw.de/Zt.pdf
Gruß
Christian
laut Bedienungsanleitung soll der Heinkel eine 225er (ehemals Bosch Wärmewert) haben.
Das entspricht heute der NGK 7.
http://www.zvfw.de/Zt.pdf
Gruß
Christian
- Bernd Hünten
- Beiträge: 495
- Registriert: 19.01.2006, 20:02
- Wohnort: 28844 Weyhe
Re: Vollgasruckeln
Moin Heinkelcruiser,
deine Aussage trifft für das damals verwendete verbleite Benzin zu, dieses ist heute aber nicht mehr erhältlich! Das bleifreie Benzin verlangt eigentlich einen anderen Wärmewert, es sei denn ... siehe hierzu: http://pteng.de/heinkel/elektrik/elektrik.htm
Mit Heinkelgruß
Bernd
deine Aussage trifft für das damals verwendete verbleite Benzin zu, dieses ist heute aber nicht mehr erhältlich! Das bleifreie Benzin verlangt eigentlich einen anderen Wärmewert, es sei denn ... siehe hierzu: http://pteng.de/heinkel/elektrik/elektrik.htm
Mit Heinkelgruß
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.